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Sonntag, 10. August 2014

[Rezension] „Sommerblau“ von Mia March

Taschenbuch: 384 Seiten
Verlag: rororo (2. Juni 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3499268566
ISBN-13: 978-3499268564














Klappentext:
Drei Frauen, drei Schicksale. Ein Sommer, der alles verändert. Blaues Meer, der Himmel in azur und der beste Blaubeerkuchen von Maine: Der Sommer in Boothbay Harbor könnte nicht schöner sein. Doch Veronica, die in einem kleinen Diner arbeitet, kann keinen Sommer mehr genießen, seit sie vor vielen Jahren ihre neugeborene Tochter zur Adoption freigeben musste. Erst die Begegnung mit zwei Besucherinnen des kleinen Küstenstädtchens hilft ihr, wieder nach vorn zu blicken: Gemma, ungewollt schwanger, und Bea, auf der Suche nach ihrer Mutter. Im Laufe des Sommers werden die drei Frauen zu Freundinnen. Und entdecken, dass das große Glück manchmal nur einen kleinen Augenblick entfernt liegt.


Meine Meinung:
Ich bin bereits vor einer Weile auf den Roman aufmerksam geworden, da das Cover mich an die Romane von Mary Kay Andrews erinnerte. Als ich dann den Klappentext las, wurde ich noch neugieriger, weshalb ich mir den Roman kurz nach dem Erscheinen besorgt habe. Beim Lesen wurde ich dann direkt positiv überrascht, da Parallelen zum Roman „Der Sommer der Frauen“, einem Roman der Autorin, der bereits im letzten Jahr erschien, gezogen wurden.
Der Roman hat mich auch direkt in seinen Bann gezogen, da die Autorin mit den drei Hauptfiguren Veronika, Gemma und Bea sehr interessante und vielschichtige Charaktere geschaffen hat. Die Figuren werden jede für sich langsam eingeführt und nach und nach verweben sich die einzelnen Handlungsstränge zu einem wundervollen Ganzen. Man spürt, dass die Figuren der Autorin am Herzen liegen. Die Figuren sind keineswegs perfekt, sondern erleben im Roman Rückschläge die sie mal zurückwerfen, an denen sie aber auch wachsen. Zum Einen ist da Veronika, die vor ein paar Jahren in ihre Heimatstadt Boothbay Harbor zurückgekehrt ist, nachdem sie vor über 20 Jahren ihre Tochter zur Adoption freigegeben hat. Sie hat sich nie vergeben, dass sie ihre Tochter einfach so aufgegeben hat. Es scheint bei ihr sogar fast so, als würde sie sich seitdem jedem Fünkchen Glück verbieten, als Strafe für die Adoption. Zum Anderen ist da Bea, die einem Jahr nach dem Tod ihrer Mutter erfährt, dass sie adoptiert wurde und ihre Eltern nicht die waren, die sie vorgaben zu sein. Bea hat das Gefühl, dass ihr Leben auseinanderbricht und macht sich auf die Suche nach ihrer leiblichen Mutter, die in Boothbay Harbor lebt. Und dann ist da noch Gemma, die ungewollt schwanger ist und eine alte Freundin im kleinen Küstenstädtchen besucht. Gemma ist sich nicht sicher, ob sie wirklich ein Kind möchte, da für sie eigentlich ihre Karriere als Journalistin im Vordergrund steht und sie nicht in den Fängen ihrer Schwiegermutter landen möchte.
In ihrem Roman setzt die Autorin sich sensibel und intensiv mit dem Thema „ungewollte“ Schwangerschaft und ihren Folgen auseinander. Die einzelnen Frauen erzählen aus verschiedenen Blickwinkeln, welche Auswirkungen dies auf ihr Leben hat. Nach und nach verweben sich die Leben der drei Frauen ineinander. Mia March bettet die ganze Geschichte dabei in eine traumhafte Kulisse, in die man sich sofort verliebt. Man hat das Gefühl live vor Ort und sein und alles mitzuerleben.

Ich für meinen Teil bin sofort in den Roman versunken und konnte ihn kaum aus der Hand legen. Ich habe die ganze Zeit mit den Figuren mitgelitten. Man kann beim Lesen alle Gefühle ausleben: Mal ist es lustig, dann aber auch wieder traurig und nachdenklich. Beim Lesen versetzt man sich immer wieder in die Charaktere und kommt ins Grübeln, ob man auch ähnlich entscheiden würde. Mia March schafft es mit relativ klaren Worten und einem leicht zu lesenden Schreibstil, dass man sich sofort in die Geschichte verliebt und gar nicht mehr weg aus Boothbey Harbor möchte. Man erlebt wie die drei Frauen einen inneren Wandel durchlaufen, um zu den Frauen werden zu können, die sie eigentlich sein wollen.
Manches in der Geschichte ist zwar auch ziemlich hervorsehbar. Dies trübt aber das Lesevergnügen keineswegs, da der Roman immer wieder mit kleinen Wendungen aufwarten kann, die die Geschichte in neue Bahnen lenken.

Allerdings muss ich auch gestehen, dass mir das Ende für Gemma zwar sehr gefällt, dieses aber nicht unbedingt sehr realistisch ist.

Insgesamt betrachtet kann ich sagen, dass dies ein Roman nach meinen Geschmack ist. Daher bekommt er von mir die volle Punktzahl mit 5 (von 5) Punkten.

Donnerstag, 31. Juli 2014

[Rezension] „The Chance“ von Robyn Carr

Format: Kindle Edition
Dateigröße: 527 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 347 Seiten
ISBN-Quelle für Seitenzahl: 0778315991
Verlag: Harlequin MIRA (25. Februar 2014)
Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
Sprache: Englisch
ASIN: B00FBZKZLS












Klappentext:
With its breathtaking vistas and down-to-earth people, Thunder Point is the perfect place for FBI agent Laine Carrington to recuperate from a gunshot wound and contemplate her future. The locals embraced Laine as one of their own after she risked her life to save a young girl from a dangerous cult. Knowing her wounds go beyond the physical, Laine hopes she'll fit in for a while and find her true self in a town that feels safe. She may even learn to open her heart to others, something an undercover agent has little time to indulge.
Eric Gentry is also new to Thunder Point. Although he's a man with a dark past, he's determined to put down roots and get to know the daughter he only recently discovered. When Laine and Eric meet, their attraction is obvious to everyone. But while the law enforcement agent and the reformed criminal want to make things work, their differences may run too deep…unless they take a chance on each other and find that deep and mysterious bond that belongs to those who choose love over fear.



Meine Meinung:
Bei diesem Roman handelt es sich um den vierten Roman aus der Thunder Point Reihe von Robyn Carr, die leider bislang nur auf Englisch erschienen ist. Da ich aufgrund der Virgin River Reihe bereits großer Fan der Autorin bin, möchte ich diese Roman-Reihe auf jeden Fall auch lesen. Die ersten drei Romane der Reihe habe ich bereits in den vergangenen Monaten gelesen habe und diese fast alle wundervoll fand, habe ich mir nun diesen Teil vorgenommen. Allerdings muss ich gestehen, dass mich dieser Band nicht so ganz überzeugen konnte. Zwar ist er auch wundervoll geschrieben, jedoch sind mir die Figuren nicht so recht ans Herz gegangen.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht die FBI-Agentin Laine Carrington, die im kleinen Ort Thunder Point zur Ruhe kommen möchte, nachdem sie im verdeckten Einsatz verwundet wurde. Sie möchte sich nun über ihre Zukunft klar werden. Nach und nach lernt sie die Bewohner des kleinen Ortes kennen, darunter auch den Autowerkstattbesitzer Eric Gentry, der ebenfalls neu in der Stadt ist. Die beiden entwickeln sehr schnell Gefühle für einander. Allerdings scheint die Zukunft der beiden nicht unbedingt eine Zukunft zu haben, da nicht klar ist, wie lange Laine in der Stadt bleiben wird und Eric ein resozialisierter Straftäter ist.
Neben diesen beiden Hauptfiguren kommt auch noch Al, Erics alter Freund und Angestellter zum Vorschein, der sich ebenfalls im Ort niederlässt und mit RaeAnn (einer Figur, die bereits in den drei vorherigen Bänden auftaucht) anbändelt und so etwas wie väterliche Gefühle für den wütenden Teenager Justin entwickelt.

Handlungstechnisch geschieht in diesem Roman nicht allzu viel extrem spannendes. Die Handlung plättschert teilweise ein wenig vor sich hin. Zwar schafft es Carr in diesem Roman den Spannungsbogen durchweg einigermaßen hoch zu halten. Allerdings fehlten mir einige echte Spannungsspitzen. Die einzelnen Figuren erleben zwar alle ihre Ups und Downs. Jedoch kann man in diesem Roman nicht all zu viele Überraschungen erwarten. Ich wusste oftmals schon in welche Richtung ein Handlungsstrang verlief und wurde auch selten vom Gegenteil überrascht.
Die einzelnen Figuren sind zwar jede für sich sehr gut gestaltet, allerdings können sie meiner Meinung nach ihre individuellen Charakterzüge nicht immer so ganz ausleben. An der ein oder anderen Stelle waren mir die Figuren manchmal ein wenig zu unstet. Robyn Carr reist zwar Themen wie „Pflegeeltern“ oder „schwierige Familienverhältnisse“ an, allerding bleibt sie mir da ein wenig zu oberflächlich.
Robyn Carr hat diesen Roman mit sehr viel Gefühl gespickt, jedoch lässt die Dramatik zwischenzeitlich ein wenig auf sich warten. Allerdings sollte man sich davon auch nicht so sehr entmutigen lassen. Der Roman ist dennoch lesenswert. Alleine schon die traumhafte Kulisse rund um Thunder Point und deren liebenswerte Bewohner entschädigen für vieles.

Da mir dieser Roman zwar gefallen hat, jedoch nicht vollends überzeugen konnte, bekommt er von mir schwache 4 (von 5) Punkten.


Sonntag, 20. Juli 2014

[Rezension] „Firefly Lane“ von Kristin Hannah

Format: Kindle Edition
Dateigröße: 707 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 496 Seiten
Verlag: Pan (18. Juli 2013)
Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
Sprache: Englisch
ASIN: B00CP4I4HK













Klappentext:
A coming of age novel about a generation of women who were both blessed and cursed by their choices. It is 1974 and the summer of love is finally drawing to a close. The flower children are starting to realise that you cannot survive on peace and love alone. Kate Mularkey has accepted her place at the bottom of the secondary school social food chain. Then, to her amazement, the ‘coolest girl in the world’, Tully Hart – the girl all the boys want to know - moves in across the street and wants to be her best friend. Tully and Kate became inseparable and by summer’s end they made a pact to be ‘best friends forever’. For thirty years Tully and Kate buoy each other through life, weathering the storms of friendship, jealousy, anger, hurt and resentment. Tully will follow her ambition to find fame and success. Kate knows that all she wants is to fall in love and have a family. What she doesn’t know is how being a wife and a mother will change her. They think they’ve survived it all until a single act of betrayal tears them apart. But when tragedy strikes, can the bonds of friendship survive? Or is it the one hurdle than even a lifelong friendship cannot overcome. FIREFLY LANE is a book for every woman who knows that her best friend is the only person who really, truly, knows her. And it is a book she will never forget.


Meine Meinung:
Ich habe diesen Roman bereits vor gut drei Jahren auf Deutsch (Titel: „Immer fürdich da“ ) gelesen und fand ihn damals schon recht gut. Da ich bei vorablesen.de die Fortsetzung „Wie ein Stern in der Nacht“ gewonnen habe und ich mich nicht mehr an alle Einzelheiten erinnern konnte, habe ich mir das Buch nochmals vorgenommen, dieses mal im englischen Original.  Ich kam sehr schnell in die Handlung hinein. Auch wenn mir natürlich vieles schnell wieder bekannt wurde und ich im Grunde schon wusste, in welche Richtung die Geschichte laufen wird, hat es Spaß gemacht diesen Roman (nochmals) zu lesen.

Als die schüchterne Kate und die coole, hübsche Tully einander mit vierzehn zum ersten Mal begegnen, ahnen sie noch nicht, dass daraus eine Freundschaft fürs Leben entstehen wird. Jahrelange Trennung, unterschiedliche Lebenswege, Männer: nichts kann Tully und Kate auseinanderbringen. Doch dann kommt es zu einem schlimmen Streit, in dem alte Wunden aufreißen. Es herrscht Funkstille – bis den Freundinnen klar wird, wie kurz das Leben sein kann …
Der Text auf der Buchrückseite weckte schon damals sofort mein Interesse. Und ich wurde auch beim Lesen nicht enttäuscht. Eine Freundschaft zwischen zwei Mädchen bzw. Frauen, die unterschiedlicher nicht sein können, das ist wie aus dem Leben gegriffen, so dass man sich auch sofort mit einer der beiden Protagonistinnen identifizieren kann. Das Buch begleitet die beiden Freundinnen Kate und Tully über einen Zeitraum von über dreißig Jahren. Es beginnt in den 70er Jahren, als Kate und Tully sich das erste Mal als Teenager begegnen, als Tully in das Haus von Kate gegenüber einzieht. Es sind durchaus sehr turbulente Jahre, die die beiden durchmachen. Jahr für Jahr bzw. Jahrzehnt für Jahrzehnt entwickelt sich das Leben der beiden in ganz unterschiedliche Richtungen und sie sind einander dennoch im Herzen immer ganz nah. Ja, bis eines Tages, ein großer Streit die beiden entzweit. Bis zu diesem Streit dauert es allerdings gut 400 Seiten (von insgesamt 479). Und genau da liegt eigentlich mein einziger Kritikpunkt. Man wundert sich, warum es genau dieser eine Streit ist, der die beiden auseinanderreißt. Es kommt auch vorher schon zu einigen kleineren und größeren Streitigkeiten zwischen den beiden. Insbesondere als Tully für ihre Kariere Kate hintergeht und ihre Freundschaft aufs Spiel setzt, ist kurz darauf wieder alles Friede Freude Eierkuchen zwischen den beiden. Daher wirkte auf mich dieser „eine große Streit“ auch nicht so ausschlaggebend für die Funkstille. Allerdings kann ich auch verstehen, dass die Autorin irgendwann einen richtigen Eklat zwischen Kate und Tully erzeugen musste, um der Geschichte ein tränenreiches Ende geben zu können. Und traurig ist das Ende auf jeden Fall. Wenn man dieses Buch liest, sollte man auf jeden Fall Taschentücher für das Ende zur Hand haben.

Alles in allem kann ich sagen, dass das Lesen dieses Buches wirklich Spaß gemacht hat, weil man sich darin als Frau mit seiner besten Freundin wiederentdecken kann. Man entdeckt auch in sich die Kate bzw. die Tully. Das Buch lässt sich sehr leicht lesen und fesselt einen (insbesondere als Liebhaber von Frauenliteratur), so dass man das Buch nur schwer beiseitelegen kann. Ich fieberte sowohl mit Kate, als auch mit Tully mit, die beide für sich (und auch gemeinsam) die Höhen aber auch viele Tiefen des Lebens mitmachen. Das ist es, was es realistisch macht: Den Beiden passieren Dinge, die auch in unser aller Leben passieren können.
Das Buch regt einen zum Nachdenken, lachen, aber auch weinen an. Ich kann dieses Buch daher wirklich zum Lesen weiterempfehlen, auch wenn es nicht das beste Buch von Kristin Hannah ist. Dies soll jetzt nicht unbedingt ein Kritikpunkt sein, da mir der Roman schon sehr gefällt. Allerdings sind da doch ein paar Ungereimtheiten, über die man nicht vollends hinwegsehen kann. Aber vielleicht klärt ja die Fortsetzung „Wie ein Stern in der Nacht“ noch so einiges auf.

Der Roman hat trotz leichter Schwächen durchaus 4 (von 5) Punkten verdient, da er eine Menge an Emotionen bereithält.


Sonntag, 29. Juni 2014

[Rezension] „Land in Sicht“ von Kristina Steffan

Taschenbuch: 336 Seiten
Verlag: Diana Verlag (12. Mai 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3453357787
ISBN-13: 978-3453357785















Klappentext:
Das Glück schmeckt nach Äpfeln und Schokolade

Lotta hasst Veränderungen. Blöd nur, dass das Leben darauf keine Rücksicht nimmt. Als ihre Oma stirbt, ist sie plötzlich Hausbesitzerin. Auf dem Land. Gemeinsam mit ihrer ungeliebten Schwester. Von nun an kämpft Lotta mit Kühen im Garten, mit den Dorfbewohnern und Handwerkern, die gern auch mal die falsche Wand einreißen. Und dann ist da noch der geheimnisvolle Graf im Nachbarhaus, der ihre Gefühle ganz schön durcheinanderbringt …


Meine Meinung:
Ich habe den Roman als Wanderbuch erhalten. Da es sich hier um einen deutschen Frauenroman handelt, war ich zunächst ein wenig skeptisch, da deutsche Chick-Lit mir persönlich häufig zu übertrieben lustig sind. Beim Lesen wurde ich dann aber angenehm überrascht. Steffan, von der ich bislang noch nichts gelesen hatte, ist ein wundervoller Frauenroman gelungen, der genau die richtige Menge Witz und Esprit mitbringt. Ich konnte den Roman beim Lesen kaum aus der Hand legen.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht Lotta. Als plötzlich ihre Oma stirbt, erbt sie gemeinsam mit ihrer Schwester Lea, deren Haus auf dem Land, mit der Auflage dieses zu renovieren und gemeinsam mit ihrer Schwester mindestens ein Jahr dort zu leben. Neben den manchmal etwas skurrilen Dorfbewohner lernt sie auch ihren neuen Nachbarn Erik, von den Dorfbewohnern auch Graf genannt, genauer kennen und entwickelt Gefühle für ihn, auch wenn sie sich nicht sicher ist, was sie von ihm halten soll. Erik scheint Geheimnisse zu hüten und Lotta versucht dahinter zu kommen.
Während Lotta und Lea das Haus renovieren und dabei nicht immer ganz einer Meinung sind, wie die Änderungen aussehen sollen, bekommen sie es mit anstrengenden Handwerkern und Baumarktverkäufern zu tun.
Während der Renovierungsarbeiten müssen die Schwestern erkennen, dass die jeweils andere nicht so ganz die ist, die sie vorgibt zu sein. Lang aufgestaute Gefühle kommen beim Renovieren zum Vorschein und werden ausgelebt.

Ich fand den Roman wunderbar spritzig. Er wartet immer an den richtigen Stellen mit den richtigen Pointen auf und sorgt dabei für eine durchgehende Heiterkeit. Der Roman lässt Lotta und Lea jedoch nicht von Fettnäpfen zu Fettnäpfen treten, wie ich es schon oft bei deutschen Frauenromanen erlebt habe, sondern läuft einigermaßen gemäßigt ab. Klar, an der einen oder anderen Stelle, bedient sich der Roman auch leichten Übertreibungen. Aber er bleibt dennoch glaubwürdig. Er spiegelt den Wahnsinn Hausumbau und damit verbundene Fachverkäufer und Handwerker so super wieder, dass man das Gefühl hatte mitten im Geschehen zu stehen. Ich für meinen Teil hatte die Szenerie beim Lesen immer vor Augen und habe mit den Schwestern mitgefühlt.
Man merkt beim Lesen auch, dass Steffan sich genaue Gedanken gemacht hat, was ihre Figuren angeht. Diese durch die Bank weg alle interessant und lebensnah gestaltet. Jede für sich hat Charaktereigenschaften, manche vielleicht auch ein wenig überdreht, die zum Gelingen der Geschichte beiträgt.

Man ahnt beim Lesen zwar relativ schnell in welche Richtung die Geschichte laufen wird. Allerdings wartet der Roman auch immer wieder mit angenehmen Überraschungen und Wendungen auf, die die Geschichte in neue Bahnen lenken.
Der Roman wartet absichtlich mit einem offenen Ende auf, das nicht nur Raum für Vorstellungen, sondern auch für eine mögliche Fortsetzung ermöglicht. Obwohl ich sonst eher Fan von abgeschlossenen Romanen bin, gefiel mir dieses offene Ende. Hier passt es einfach wie die Faust aufs Auge.
Dieser Roman erinnerte mich vom Schreibstil ein wenig an die „Mütter-Mafia“ von Kerstin Gier erinnert und hat mich ähnlich fasziniert.

Im Gesamten betrachtet, ist dies ein super Frauenroman, der hilft beim Lesen die Stimmung zu heben. Man sollte sich beim Lesen auf jeden Fall auf den einen oder anderen Lacher gefasst machen. Also vielleicht nicht unbedingt in einem Café lesen, wenn man nicht durch lautet Auflachen auffallen möchte.

Von mir bekommt der Roman in jedem Fall wohlverdiente extrem gute 4 (von 5) Punkten.

Wer Lust auf mehr bekommen hat, hier geht's zur Leseprobe

[Rezension] „Inselglück“ von Elin Hilderbrand

Taschenbuch: 496 Seiten
Verlag: Berlin Verlag Taschenbuch (11. Juni 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3833308915
ISBN-13: 978-3833308918
Originaltitel: Silver Girl














Klappentext:
Meredith hat das Pech, mit dem größten Anlagebetrüger aller Zeiten verheiratet zu sein. Sie flüchtet sich zu ihrer Freundin Constance auf Nantucket, um ein paar Monate ganz ohne Männer zu verbringen. Doch dann steht ihre Jugendliebe Toby plötzlich vor der Tür....


Meine Meinung:
Auch wenn der Klappentext ziemlich knapp gehalten ist, wurde ich dennoch neugierig auf den Inhalt, zumal ich bereits ein paar Bücher der Autorin gelesen habe und diese fast alle ziemlich gut fand. Und ich wurde wirklich nicht enttäuscht. Beim Lesen wird man direkt ins Geschehen geworfen.
Der Roman beginnt damit, dass die beiden Freundinnen Constance und Meredith nach Nantucket reisen. Meredith hat gerade alles verloren, was ihr lieb und teuer ist. Ihr Mann Freddie wurde gerade als größter Anlagebetrüger aller Zeiten zu 150 Jahren Gefängnis verknackt und sie steht auch noch unter Verdacht in den Machenschaften ihres Mannes verstickt zu sein, da sie kurz vor der Verhaftung ihres Mannes 15 Millionen auf dessen Bitte hin vom Geschäfts- aufs Privatkonto überwiesen hat und von diesem Geld und noch weiteren jede Spur fehlt. Sie versucht sich im Ferienhaus ihrer Freundin vor der Außenwelt zu verstecken, da eine mediale Hetzjagd auf sie ausgebrochen ist. Constance reist mit eigenen Problemen auf die Insel. Sie hat vor ein paar Jahren ihren Mann verloren, weil dieser an Krebs gestorben ist. Seit einem Streit mit ihrer Tochter auf der Trauerfeier ihres Mannes hat sie keinen Kontakt mehr zu ihrer Tochter Ashley, was ihren Nerven zerrt.
Während die beiden Frauen versuchen alte Erinnerungen wieder aufleben zu lassen, geschehen plötzlich merkwürdige Übergriffe, wie aufgeschlitzte Reifen und eine beschmierte Hauswand. Außerdem tauchen für beide Frauen neue bzw. alte Männer auf, die das Leben der Frauen noch mehr durcheinander bringen. Am Ende heißt es für beide lebensweisende Entscheidungen zu treffen.
Man fiebert und leidet mit Meredith und Constance mit. Die beiden wirken auf den ersten Blick ziemlich selbstbewusst, offenbaren aber ziemlich schnell seelische Schwächen, die sie lebenswert macht.

Das Buch fesselt Einen beim Lesen von der ersten bis zur letzten Seite. Hilderbrand schreibt auf einfache und zugleich tiefgreifende Art und Weise, die es einem leicht macht in die Geschichte hineinzutauchen und sich in dieser zu verlieren. Und mit Meredith und Constance sind ihr zwei interessante und liebenswerte Charaktere gelungen. Man spürt, dass Hilderbrand ihre Figuren am Herzen liegen, da sie sie allesamt, bis hin zu den Nebenfiguren, mit Eigenheiten ausgestattet hat, die der Geschichte mehr Glaubwürdigkeit verleihen.
In diesem Roman werden Sommer- und Inselgefühle mit einer Menge Drama und Herzschmerz gespickt. Er stellt die Charaktere vor Herausforderungen, denen man sich stellen muss und stellt die Frage auf, was ist, wenn dein Leben plötzlich auseinanderbricht und man quasi neuanfangen muss?!

Das Einzige, was ich an diesem Roman ein wenig bemängeln möchte, ist die Tatsache, dass mir das Ende für Constance nicht so recht endgültig gelungen ist. Zwar erlebt auch sie ihr Happy End, aber irgendwie löst sich für sie meiner Meinung nach alles zu schnell in Wohlgefallen auf. Dies ist aber auch das Einzige, was ich an diesem Roman bemängeln möchte. Ich bin auf jeden Fall neugierig auf weitere Romane der Autorin.

Da mir der Roman ansonsten fast durchgehend super gefallen hat, bekommt der Roman auf jeden Fall starke 4 (von 5) Punkte.


Sonntag, 15. Juni 2014

[Rezension] "Verlieben war nicht abgemacht" von Bridget Asher

Taschenbuch: 288 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag (20. Februar 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442475155
ISBN-13: 978-3442475155
Originaltitel: The Pretend Wife














Klappentext:
Manchmal braucht es zum ganz großen Glück eine einzige kleine Lüge
Gwen Merchant kann nicht klagen: Sie führt eine nicht sehr aufregende, aber harmonische Ehe, hat eine etwas exzentrische, aber treue Freundin, und nach dem frühen Tod der Mutter ist sie im Erwachsenenleben von Katastrophen verschont geblieben. Alles läuft in geregelten Bahnen – bis zu dem Tag, an dem ihr in einer Eisdiele ihr Exfreund Elliot über den Weg läuft. Um den letzten Wunsch seiner sterbenden Mutter zu erfüllen, bittet er Gwen, zum Schein seine Ehefrau zu mimen – ein Wochenende mit Folgen. Und Gwen muss erkennen: Das Herz lässt sich nicht täuschen – erst recht nicht das eigene ...


Meine Meinung:
Dieser Roman lag bereits seit längerem auf meinem SUB, da mich der Klappentext zwar sehr angesprochen hat, ich aber irgendwie nie so in der rechten Stimmung für diesen Roman war. Und ich muss gestehen, dass ich im Nachhinein wünschte, ich hätte ihn zunächst dort gelassen. Der Roman ist zwar ganz nett, mehr aber auch nicht so wirklich.
Vom Thema her, hätte die Autorin viel mehr aus der Geschichte rausholen können. Angefangen damit, dass Gwen mir persönlich nicht so ganz sympathisch war und ich auch ihrem Mann von Anfang an nicht über den Weg getraut habe, kommt auch Elliot, als er wieder in Gwens Leben tritt, nicht so ganz sympathisch rüber. Die ganze Situation wirkt irgendwie zu sehr konstruiert, als das sie glaubwürdig sein kann:
Gwen trifft Elliot plötzlich in einer Eisdiele wieder, der lädt sich dann quasi selbst zu einer Party ein, auf der auch Gwen und ihr Mann gehen, dort bittet er sie für ein Wochenende für seine todkranke Mutter zum Schein seine Ehefrau zu spielen und Gwens Mann unterstützt den Vorschlag auch noch?! Bitte? Das ist doch wohl ein wenig zu viel des Guten. Zwar bereut der Ehemann seine eifrige Zustimmung am nächsten Morgen schon wieder und schiebt es auf den Alkohol, aber echte Gegenwehr ist auch hier zunächst nicht von ihm zu erwarten.
Die ganze Handlung wirkte für mich einfach ein wenig zu sehr an den Haaren herbeigezogen, als dass man sich so recht auf die Geschichte einlassen möchte. Einzig Elliots todkranke Mutter, dessen Schwester und Nichte waren ein Lichtblick des ganzen. Diese Nebenfiguren sind durchaus liebenswert und real dargestellt, so dass man sich in sie hineinversetzen kann und die Abschnitte mit ihnen auch gerne liest.
Hätte die Autorin mehr Augenmerk auf die drei Hauptfiguren der Handlung gelegt und ihnen mehr Entwicklung zugemutet, hätte dies auch ein hervorragender Roman sein können. So dümpelt die Handlung allerdings immer ein wenig vor sich hin. Nicht mal als es zum Eklat zwischen den beiden Männern kommt, war ich so recht überzeugt und konnte mich auch nicht entscheiden auf welche Seite ich mich stellen soll.
Generell finde ich das Thema: Mann und Frau, die mal was miteinander hatten, treffen sich wieder und alte Gefühle werden wach, sehr interessant und hätte auch zu einer wundervollen Geschichte führen können. Allerdings wirkt einfach zu viel ein wenig an der Haaren herbeigezogen, als dass man die Geschehnisse so ganz für voll nehmen kann. Asher verliert sich manchmal ein wenig zu sehr in Nebensächlichkeiten, wodurch die Haupthandlung ein wenig auf der Strecke bleibt.

Vom Erzählstil ist dies schon ein interessanter Roman. Sie schafft es auf jeden Fall beim Haus von Elliots Mutter eine sehr harmonische und idyllische Situation zu schaffen, in die man sich verliebt. Asher hätte dem ganzen drum herum auf jeden Fall genauso viel Augenmerk schenken sollen, damit man die gesamte Handlung als interessant und real empfinden kann. Mit drei Hauptfiguren, die meiner Meinung nach alle ziemlich egozentrisch sind, und alle ein wenig falsch spielen, kann man einfach keine Leser gewinnen.


Da mich der Roman nicht so recht überzeugen konnte, bekommt er von mir solide 3 (von 5) Punkten.


Donnerstag, 12. Juni 2014

[Rezension] "Der Wunschzettelzauber" von Muriel Zagha

Broschiert: 448 Seiten
Verlag: Manhattan (10. Juni 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442547210
ISBN-13: 978-3442547210
Originaltitel: The Daddy Wish














Klappentext:
Die Engländerin Chloe ist glücklich in ihrem Job in einem kleinen Londoner Feinkostladen, stolze Mutter des aufgeweckten Nicholas – und Witwe. Chloes große Liebe, der Franzose Antoine, starb völlig unerwartet noch vor der Geburt seines Sohnes. Fünf Jahre sind seitdem vergangen und Chloe trauert immer noch. Doch als Nicholas seine Mutter mit dem Wunsch nach einem Vater konfrontiert, bringt er die Dinge in Bewegung. Denn nun stimmen alle ein: Auch Chloes Freundinnen und ihre Mutter meinen, es sei allmählich Zeit für einen neuen Mann an ihrer Seite, Kandidaten gibt es schließlich genug. Aber Chloe ist noch gar nicht bereit für die Liebe – oder vielleicht doch?


Meine Meinung:
Das Buch lag bereits etwas länger auf meinem SUB. Zunächst hatte ich geplant den Roman in der Weihnachtszeit zu lesen, da er zumindest vom Klappentext her, etwas weihnachtlich daher kommt. Allerdings habe ich dann anderen Büchern doch den Vorrang gegeben. Als ich anfing zu lesen, stellte ich ohnehin schnell fest, dass dies nicht unbedingt ein „echter“ Weihnachtsroman ist. Zwar beginnt die Handlung des Romans in der Weihnachtszeit, der Großteil jedoch im Laufe der nächsten Monate. Somit war es auch besser, dass ich ihn nicht als „Weihnachtsroman“ gelesen habe.

Vorweg möchte ich sagen, dass dies generell kein schlechter Roman ist. Allerdings verliert er sich anfangs ziemlich in Nebensächlichkeiten. Chloe, die nun bereits seit fünf Jahren Witwe und alleinerziehende Mutter eines Sohnes ist, hat immer noch mit dem Verlust ihres Mannes zu kämpfen, wobei sie generell mit ihrem Leben klarkommt. In meinen Augen bemitleidet sie sich allerdings etwas zu sehr. Chloe war mir, insbesondere am Anfang des Romans ein wenig zu weinerlich und im späteren Verlauf etwas zu sprunghaft.
Etwa das erste Drittel des Romans nutzt Zagha um die einzelnen Charaktere einzuführen, ohne das eine bedeutungsvolle Handlung erfolgt (von Nicholas Wunsch nach einem Vater mal abgesehen). Meiner Meinung nach führt sie sogar zu viele Charaktere auf einmal ein. Mir fiel es nämlich, sogar teilweise bis fast zum Schluss, schwer einzelne Charaktere zu unterscheiden. Manches musste ich zweimal lesen, um dahinter zu kommen, von welcher Freundin Chloes gerade die Rede ist. Klar ist es wichtig zu erzählen, wie die Freundinnen zusammengefunden haben, allerdings hätte man nicht alle Alltagssituation so detailliert behandeln müssen, wie es die Autorin macht. Dadurch verliert man ein wenig das Interesse.
Etwas irritierend fand ich auch die Tatsache, dass die Autorin einen Mann, der in Chloes Leben tritt mal mit seinem richtigen Namen anspricht und mal mit der Kaffeesorte, die er hauptsächlich trinkt. Dadurch wertet Zagha ihn, wenn auch wahrscheinlich unbewusst, ab. Man bekommt ein etwas negatives Bild von ihm, obwohl er sich nicht so verhält. Generell hatte ich das Gefühl, dass die Autorin nicht besonders wertfrei die Männer betrachtet, die in Chloes Leben treten. Der Jugendfreund von Chloes Mann Antoine erscheint in Chloes Augen immer als Traummann, obwohl er sich für Außenstehende nicht unbedingt so ideal präsentiert, sondern ziemlich ein ziemlich egoistisches Bild abgibt.

Wenn man das erste Drittel allerdings durch hat, dann wird der Roman etwas spannender, das Chloe etwas offener wird. Allerdings hatte ich ganz oft das Gefühl, dass Chloe so manche Situationen durch eine rosarote Brille betrachtet, während sie in der nächsten Situation alles schwarz malt. Irgendwie fehlte mir hier eine richtige Gradlinigkeit. Die letzten beiden Drittel entschädigen dann auch ein wenig für einen lahmen Anfang. Insbesondere das Ende war ziemlich turbulent und spannend. Am Ende heißt es für Chloe sich für einen Mann zu entscheiden und auch das Leben ihrer Freunde wird mächtig durcheinandergewirbelt.
Außerdem geht die Autorin auch ein wenig zu sehr auf die Leben der Nebencharakte, wie Chloes Freunden, ein, ohne dass dies wirklich zur Haupthandlung beiträgt. Klar ist es wichtig, dass auch diesen Figuren Handlungsspielraum gegeben werden muss. Allerdings lenkt dies so manches Mal ein wenig ab und der Spannungsbogen flacht ab. Zagha hätte sich meiner Meinung nach auf einige Nebenfiguren konzentrieren sollen und diese dann etwas mehr Haupthandlung beitragen lassen sollen.

Sprachlich kann ich die Autorin nicht bemängeln. Sie schreibt in einem generell spannenden und leicht zu lesenden Erzählstil, den man verfolgt. Allerdings kann man das Buch aufgrund der vielen Nebensächlichkeiten nicht unbedingt für mehrere Tage aus der Hand legen, da man dann manchmal ein wenig den Faden verliert.


Da ich etwas gebraucht habe, um in die Geschichte hineinzufinden und Chloe mir als Hauptfigur auch häufiger mal nicht so sympathisch war, bekommt der Roman von mir solide 3 (von 5) Punkten.


Freitag, 25. April 2014

[Rezension] "Die andere Seite des Glücks" von Seré Prince Halverson

Taschenbuch: 400 Seiten
Verlag: FISCHER Taschenbuch; Auflage: 1 (25. Juli 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3596193788
ISBN-13: 978-3596193783
Originaltitel: The Underside of Joy














Klappentext:
Wie weit gehen wir, um die zu schützen, die wir lieben?
Ein herzzerreißender, vielschichtig erzählter Roman. Ein Drama das unter die Haut geht. Eine Sommerlektüre, die Sehnsüchte weckt – und am Ende glücklich macht. 

Ella Beene kann sich glücklich schätzen mit ihrem wunderbaren Ehemann, zwei lebhaften Kindern und Schwiegereltern, die sie wie eine eigene Tochter betrachten. Aber als ihr Mann Joe bei einem Unfall ertrinkt, ist ihr Leben mit einem Schlag auf den Kopf gestellt, und das Glück, das ewig dauern sollte, scheint vorbei zu sein. Als Joes schöne Exfrau, die ihn und die gemeinsamen Kinder drei Jahre zuvor verlassen hatte, plötzlich auf der Beerdigung auftaucht, fürchtet Ella das Schlimmste – zu Recht. Sie muss ihre eigene Trauer bewältigen, darum kämpfen, die Kinder zu behalten und sich um das wirtschaftliche Überleben der Familie kümmern. Aber während sie alles daran setzt, alles richtig zu machen und den Prozess um das Sorgerecht zu gewinnen, muss sie auch die Frage beantworten, ob sie die beste Mutter für die Kinder ist.




Meine Meinung:
Ich habe dieses Buch aufgrund der Leseempfehlung auf einem anderen Bücherblog gelesen. Allerdings lag das Buch nun bereits einige Zeit auf meinem Sub. Ich auf jeden Fall froh, dass ich es mir nun vorgeknöpft habe, da es ein wunderbarer Roman ist (insbesondere, da es sich um den Debütroman der Autorin ist).

Im Mittelpunkt der Geschichte steht Elle Beene, deren Mann Joe plötzlich stirbt und ihr zwei Stiefkinder hinterlässt, die sie seit drei Jahren mit großzieht. Auf der Beerdigung taucht plötzlich die leibliche Mutter Faith auf, die ihre Kinder im Alter von 6 Monaten und drei Jahren verlassen hatte. Langsam drängt sie sich wieder in das Leben ihrer Kinder und beantragt dann auch noch das Sorgerecht für die Kinder. Aber Ella ist nicht gewillt, die Kinder, die sie wie ihre Eigenen betrachtet und die im Grunde nur sie als Mutter kennen, kampflos aufzugeben. 
Während sie zum Einen versucht das Sorgerecht für die Kinder zu erhalten, kommen dunkle Geheimnisse ihres Mannes ans Licht. Ella muss erkennen, dass ihr Mann nicht der war, den sie glaubte zu kennen. Irgendwann heißt es dann für sie zu entscheiden, wie viel sie bereit ist selbst zu opfern.

Mit Ella ist der Autorin ein überaus sympathischer Charakter gelungen. Ella ist sehr willensstark und man merkt, dass sie bereit ist für das zu kämpfen, was ihr wichtig ist. Klar hat sie auch ihre schwachen Momente und ist manchmal kurz vorm Verzweifeln, was aber angesichts des Todes ihres Mannes nicht verwunderlich ist. 
Mir gefiel auch, dass Faith zwar auf den ersten Blick nicht besonders gut wegkommt, im Laufe des Romans jedoch in ein besseres Licht gerückt wurde. Zwar wurde ich bis zum Schluss nicht vollkommen mit ihr warm, konnte jedoch ihre Handlungen und Entscheidungen nachvollziehen.
Man spürt auch, dass die anderen Nebenfiguren von der Autorin gut durchdacht wurden. Jeder nimmt eine bestimmte Position ein und sorgt dadurch dass ein vollkommenes Ganzes entsteht. Mit einer Menge Temperament und Gefühle tragen die Nebenfiguren, wie Joes italienische Familie oder Faith ehemals beste Freundin dazu bei, dass die die Geschichte an Glaubwürdigkeit gewinnt.
Einzig die Sprachfähigkeit des dreijährigen Zack muss ich ein wenig bemängeln. Er scheint bereits perfekt zu sprechen und hat anscheinend eher den Wortschatz eines mindestens fünf- bis sechsjährigen Kindes. Da hätte ich mir evtl. den ein oder anderen "Stolperstein" bei Gesprächen mit ihm gewünscht.

Mit sehr viel Einfühlungsvermögen geht die Autorin die Aufarbeitung von Joes Tod und dessen Auswirkungen auf seine Hinterbliebenen, insbesondere von Ella, den Kindern und Joes Familie, ein. Jeder Charakter hat seine eigene Art mit den Geschehnissen umzugehen. Zwar erfolgt bei fast allen Beteiligten ein relativ konstanter "Heilungsprozess". Allerdings erlaubt die Autorin ihren Figuren zwischendurch auch Rückschritte zu machen, um dann gestärkt wieder nach vorne zu blicken.
Außerdem fand ich es sehr interessant, aber auch ziemlich mutig, dass die Autorin die Inhaftierung von Italoamerikanern in Internierungslagern während des zweiten Weltkriegs mit einfließen lässt. Damit äußert sie Kritik an die eigene Vergangenheit ihres Landes, was man bei amerikanischen Autoren heutzutage eher selten erlebt.
Lediglich das Ende ist mir ein wenig zu versöhnlich gestaltet, sorgt jedoch auch nicht zu einer Verminderung des Lesevergnügens.

Insgesamt betrachtet ist dies ein wundervoller Roman voller Gefühl, im Stil von Kristin Hannah. Ich für meinen Teil bin auf jeden Fall gespannt auf weitere Romane von der Autorin.
Daher bekommt der Roman von mir auch 5 von 5 Punkten.


Montag, 21. April 2014

[Rezension] "Die Sache mit meiner Schwester" von Anne Hertz

Gebundene Ausgabe: 336 Seiten
Verlag: Pendo (10. März 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3866123639
ISBN-13: 978-3866123632















Klappentext:
Die Schwestern Heike und Nele könnten nicht unterschiedlicher sein. Heike ist glücklich verheiratet, hat drei Kinder und lebt in einem Haus mit Garten im Vorort. Nele ist unsteter Single und genießt das Großstadtleben in vollen Zügen. Kurzum: Sie leben in zwei Welten und gehen sich aus dem Weg. Ihre einzige Gemeinsamkeit ist ihr Pseudonym »Sanne Gold«, unter dem sie erfolgreich Romane veröffentlichen – doch selbst die schreiben sie in Wahrheit nicht mehr selber. Nur noch für öffentliche Auftritte machen sie gute Miene zum bösen Spiel. Nach einer gemeinsamen Talkshow kommt es zur Katastrophe: Heike wird bei einem Unfall schwer verletzt. Voller Schuldgefühle beginnt Nele, ihr bisheriges Geschwisterleben zu rekapitulieren und stellt sich die Frage, wie das alles nur so weit kommen konnte. Bald schon findet sie Antworten, die das Leben der beiden vollkommen auf den Kopf stellen ...



Meine Meinung:
Ich muss ja gestehen, dass ich ein wenig zwigespalten bin, wenn es um deutsche Frauenromane geht. Oftmals haben diese meiner Meinung nach eine total übertriebene Handlung, die Frauen in diesem Romanen treffen häufig von einem Fettnäpfchen ins nächste und sind dadurch fern der Realität.
Ich war daher ziemlich gespannt auf diesen Roman, zumal ich bislang keinen Anne Hertz-Roman gelesen habe. Beim Lesen wurde ich dann auch ziemlich positiv überrascht, da dieser Roman ein realistisches Thema aufgreift und die ganze Geschichte sowohl mit Dramatik, als auch mit einer Prise Humor angeht. 

Die Figuren in diesem Roman sind größtenteils ziemlich lebensnah. Man hat beim Lesen sehr schnell das Gefühl, als würde man die Figuren kennen. Im Mittelpunkt der Geschichte stehen die beiden Schwestern Heike und Nele, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Während Nele auf den ersten Blick ein richtiger Freigeist zu sein scheint, führt ihre Schwester Heike das biedere harmonische Leben einer Vorstadtmutti. Das einzige, was die beiden gemeinsam zu haben scheinen, ist die Tatsache, dass die beiden unter dem Pseudonym "Sanne Gold" gemeinsam erfolgreiche Romane schreiben. Allerdings kommt bei einem öffentliche Auftritt heraus, dass sie bereits seit längerem so sehr zerstritten sind, dass sie nicht mehr selbst schreiben, sondern einen Ghostwriter haben. Nach dem Eklat während der Talkshow kommt es zum folgenschweren Unfall, bei dem Heike schwer verletzt wird und ins Koma fällt. Geplagt von Schuldgefühlen, versucht Nele Heikes Rolle bei ihrer Familie einzunehmen. Dabei muss sie allerdings erkennen, dass auch im Leben ihrer Schwester nichts so perfekt ist, wie es von außen betrachtet erscheint.

Anne Hertz ist mit Nele ein interessanter und sympathischer Charakter gelungen, in den man sich sehr gut hineinversetzen kann. Man mag zwar nicht mit all ihren Entscheidungen einverstanden sein, insbesondere nicht mit ihrer Beziehung zum verheirateten Niklas. Obwohl es auf den ersten Blick so scheint, als wäre Nele ziemlich egozentrisch, wird nach und nach ein anderes Bild von ihr gezeichnet. Auch wenn Heike nur wenig selbst ins Geschehen eingreift, so ist sie dennoch immer präsent. Heike, die auf den ersten Blick perfekt erscheint, liefert nach und nach das Bild einer überforderten Mutter und einsamen Ehefrau mit ersten psychischen Problemen ab. Ich muss gestehen, dass Heike mir teilweise ein wenig leid tat, zumal sie sich nicht selbst wehren konnte, als ihre dunklen Geheimnisse ans Licht kommen.

Was diesen Roman auch sehr interessant macht, sind die Rückblicke der Autorin auf die Vergangenheit von Nele und Heike. So bekommt man ein genaues Verständnis dafür warum sie sich zu den Menschen entwickelt haben, die sie sind. Nach und nach treten Dinge zum Vorschein, die einem als Leser klarmachen, dass alles eine Ursache hat.

Insgesamt betrachtet ist dies ein toller Roman, den man gerne liest. Wobei ich auch gestehen muss, dass ich mit dem Ende nicht ganz einverstanden bin. Das Ende wird meiner Meinung nach zu schnell abgehandelt und einzelne Figuren bekommen nicht den Abschluss, den sie verdienen. Am Ende des Romans hätte man Ansicht nach noch ein wenig mehr auf die Probleme von Heikes Sohn und der Beziehung von Heike und ihrem Mann eingehen können. Das Ende wurde mir zu schnell abgewickelt, so dass mir ein richtiger Abschluss fehlte.
Da mir der Roman bis auf das Ende sehr gut gefiel, bekommt der Roman von mir wohlverdiente starke 4 von 5 Punkten.

[Rezension] "Liebeserwachen in Virgin River" von Robyn Carr

Format: Kindle Edition
Dateigröße: 620 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 380 Seiten
Verlag: MIRA Taschenbuch; Auflage: 1., Aufl. (10. Oktober 2013)
Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
Sprache: Deutsch
ASIN: B00E9YG836













Klappentext:
Als Hubschrauberpilot in der Army hat Colin Riordan mehr brenzlige Situationen erlebt, als für einen Mann gut ist. Umso mehr genießt er es nun, sich mit seiner Staffelei in die Natur zurückzuziehen und seiner Sehnsucht nach Frieden in seinen Bildern Ausdruck zu verleihen. Manchmal allerdings ist die Einsamkeit, die ihn dabei umgibt, unerträglich. Er hat es aufgegeben, an die Liebe zu glauben. Bis er auf die zurückhaltende Jill trifft. Unter ihren Händen gedeihen die seltensten Blumen und Pflanzen, und auch sein Herz blüht in ihrer Nähe auf. Aber sieht sie in ihm einen Mann, den sie lieben kann, oder nur eine verwundete Seele, die der Heilung bedarf?



Meine Meinung:
Bei diesem Roman handelt es sich um den 14. Teil der Virgin River-Reihe, auf den ich bereits gespannt war. Beim Lesen wurde ich dann auch nicht wirklich enttäuscht. Robyn Carr ist erneut eine schöne Fortsetzung gelungen, die ich gerne gelesen habe.

Im Mittelpunkt dieser Geschichte stehen Colin Riordan, der nach einem schrecklichen Helikopterabsturz (wurde bereits im vorherigen Band abgehandelt) seine Wunden leckt und bei seinem Bruder Luke in Virgin River zur Ruhe kommen will, und Jillian Matlock, die aufgrund einer Verleumdung eines Kollegen (und gleichzeitig auch ehemaligen Liebhabers) in den unbefristeten Urlaub geschickt wurde und nun in Virgin River (dem Ort, in den sie sich bereits im vorherigen Band während eines Urlaubs mit ihrer Schwester und Freundinnen verliebt hatte) Abstand gewinnen möchte.
Beide finden außer einander auch Dinge, die sie nie gedacht hatten zu vermissen: Colin beginnt zu malen und findet darin seinen Frieden … auch wenn er dies nicht so recht wahrhaben möchte, da er Fliegen immer für seine wahre Berufung hält. Jillian erinnert das Haus, welches sie gemietet hat, und dessen Garten an den das ihrer Großmutter bei der sie und ihre Schwester aufwuchsen. Während sie beginnt dem Garten neuen Leben einzuhauchen, erkennt sie, wie sehr sie den Obst und Gemüseanbau ihrer Großmutter vermisst hat. Jillian beginnt ihr bisheriges Leben zu überdenken und muss herausfinden, wie ihre Zukunft aussehen soll.
Beide finden sich zwar, wollen sich aber nicht eingestehen, dass es wahre Liebe ist und nicht nur ein Sommerflirt, wie sie sich gegenseitig immer einreden. Es kommt wie es kommen muss: Die beide geraten an den Punkt an, dem es heißt: Was empfinden sie wirklich füreinander?

Nachdem im vorherigen Teil zu viele neue Charaktere auf den Spielplan geworfen wurden, die nur wenig zum Gesamtgeschehen beitrugen, hielt sich dieser Band etwas zurück, was ich angenehm fand. Dadurch konnte man sich viel besser aufs Geschehen konzentrieren.
Allerdings muss ich auch eingestehen, dass mir dieser Roman bzw. dessen Charaktere nicht vollkommen gefiel. Insbesondere Colin kam mir oftmals etwas zu arrogant daher und sein Verhalten seinem Bruder Luke gegenüber war in meinen Augen ein paar Mal ziemlich rücksichtslos und undankbar (wobei Luke ihn auch nicht immer mit Samthandschuhen angefasst hat).
Nichtsdestotrotz ist dieser Roman eine würdige Fortsetzung der Reihe und lässt einen alleine schon aufgrund der detailgenauen Beschreibungen tief ins Geschehen eintauchen. Ich konnte mir Jills Garten auf jeden Fall vor meinem geistigen Auge genau vorstellen und er erinnerte mich an den Garten meiner Oma, was Erinnerungen weckte.
Dieser Romane kann, wie auch schon viele Romane der Serie zuvor, auch als separater Roman gelesen werden. Auch wenn man keine Ahnung von der vorherigen Ereignissen hat, kommt man leicht ins Geschehen rein, da die wichtigen bisherigen Ereignisse, die für die Gesamthandlung von Bedeutung sind, immer in wenigen Sätzen zwischendurch aufgearbeitet werden.

Da mir jedoch insbesondere Colins und Lukes Verhalten einander gegenüber manchmal etwas unverständlich war, muss ich leider einen leichten Punktabzug vermerken. Daher bekommt dieser Roman von mir schwache 5 von 5 Punkten.

Sonntag, 16. März 2014

[Rezension] "Ein Jahr voller Wunder" von Karen Thompson Walker

Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
Verlag: btb Verlag (13. Mai 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442753635
ISBN-13: 978-3442753635
Originaltitel: The age of miracles














Klappentext:
Das kalifornische Ehepaar Joel und Helen sitzt mit seiner Tochter Julia gerade am Frühstückstisch, als die Neuigkeit über sie hereinbricht: Die Erdrotation verlangsamt sich spürbar. Und auf einmal ist alles anders. Als sich Julia Hals über Kopf zum ersten Mal verliebt. Und Julias Vater mit dem Gedanken spielt, seine Frau für Julias Klavierlehrerin zu verlassen, die sich nicht von der allgemeinen Panik anstecken lässt. Und Julias Mutter gegen ihre Depressionen ankämpft. Was geschieht mit einer Familie, wenn sich plötzlich das Gefüge um sie herum verschiebt? Was könnte verhängnisvoller sein als der Zerfall einer Ehe? Was bewegender als die Gefühle eines verunsicherten Teenagers? Denn selbst wenn die Erde, wie manche voraussagen, vor ihrem Ende steht – das Leben muss doch weitergehen ...



Meine Meinung:
Ich bin vor einiger Weile eher zufällig in einer Buchhandlung über diesen Roman gestolpert, da mich das Cover neugierig gemacht hat. Als ich den Klappentext las, wurde ich dann neugierig auf den Inhalt. Ich habe vor einer Zeit mal eine "Was wäre wenn"-Dokumentation auf Discovery Channel zum Thema "Was wäre wenn die Erde sich aufhört zu drehen" gesehen (sehr interessant muss ich sagen!), daher interessierte mich das Buch generell vom Thema her, obwohl diese Art von Romanen (Dystopien bzw. Science Fiction) sonst nicht so mein Fall sind.
Als ich dann anfing zu lesen, war ich mir zunächst nicht ganz so sicher, was ich von diesem halten sollte, wobei es keinen bestimmten Grund dafür gab.

Der Roman bzw. die Handlung wird in der Ich-Form von der fast zwölfjährigen Julia erzählt. Der Roman spiegelt ihre Ansichten auf die Geschehnisse wieder. 
Alles beginnt mit einer Fernseherklärung von Experten, die verkünden, dass sich die Erde langsamer dreht, als zuvor. Dadurch werden die Tage immer länger. Nach und nach klettert die Stundenanzahl eines Tages ins unermessliche. Aus jugendlicher Sicht erzählt Julia die Auswirkungen, die diese Vorkommnisse auf sie, ihre Familie und die Gesellschaft haben, die sich in zwei Lager aufspaltet: den Uhrenzeitlern (die weiterhin nach einem Tagesrhythmus von 24 Stunden leben unabhängig davon, ob es gerade hell oder dunkel ist) und den Echtzeitlern (die ihr Leben nach Tag und Nacht ausrichten).

Karen Thompson Walker bietet auf jeden Fall einen interessanten Einblick in den "Was wäre, wenn"-Fall. Einige Dinge fand ich sehr realistisch im Roman (z.B. die Auswirkungen auf die Natur), andere Dinge machten für mich nicht immer einen Sinn (z.B. die Tatsache, dass die Tage zumindest meinem Gefühl nach immer unterschiedlich schnell länger wurden). 
Durch Julia als Erzählerin bekommt man auf jeden Fall einen leicht verständlichen Einblick ins Geschehen. Sie betrachtet die Geschehnisse allumfassend. Allerdings geht sie mir meines Erachtens manchmal ein wenig zu wertend an die Sache heran, während sie an anderer Stelle kaum Position bezieht. Insbesondere ihre Art der jugendlichen Cliquenbildung erschien mir ziemlich negativ. Die Autorin stellt die Mädchen, die sich mit 12 Jahren bereits weiter entwickelt haben, als Julia, d.h. die bereits einen BH tragen oder sich schminken, nur als ziemlich zickenhaft dar. Hier hätte die Autorin ihnen auch etwas positivere Züge verleihen können, da ich denke, dass auch an ihnen die Geschehnisse nicht spurlos vorbeiziehen würde. Außerdem hätte ich mir gewünscht, dass die Autorin mehr auf die Beziehung zwischen Julia und ihrer zu Beginn besten Freundin hätte eingehen können. Plötzlich gehen die beiden sich aus dem Weg, ohne dass es Julia wirklich etwas auszumachen scheint.

Insgesamt betrachtet ist dies auf jeden Fall ein gelungener Roman, auch wenn er sich meines Erachtens nach eher an weibliche Leser zwischen 12-16 Jahren richtet. Mir als Mittdreißigerin waren manche Ansichten Julias nicht immer ganz verständlich, wobei ich denke, dass die bei jugendlichen Leserinnen ganz anders aussehen wird. Hätte ich eine Nichte im jugendlichen Alter, würde ich ihr den Roman auf jeden Fall zum Lesen empfehlen.
Da der Roman für mein Empfinden allerdings manchmal ziemlich springt (insbesondere zum Ende), bekommt der Roman von mir schwache 4 (von 5) Punkten.


[Rezension] "All unsere Träume" von Julie Cohen

Taschenbuch: 464 Seiten
Verlag: Diana Verlag (10. Februar 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3453357590
ISBN-13: 978-3453357594
Originaltitel: Dear Thing














Klappentext:
Was wir aus Liebe tun

Claire und Ben lieben sich, doch eines fehlt zu ihrem Glück: ein Kind. Sie wollen den Traum von einer eigenen Familie schon aufgeben, da hat Bens beste Freundin Romily eine verrückte Idee. Gemeinsam schmieden sie einen folgenschweren Plan, der alles auf den Kopf stellt und lang verborgene Gefühle zutage fördert. Noch ahnen Romily und Claire nicht, dass sie bald die wichtigsten Entscheidungen ihres Lebens treffen müssen …



Meine Meinung:
Ich habe vor einer Weile bereits "In den Augen meiner Schwester" von Julie Cohen gelesen und fand den Roman gut. Als ich von der Erscheinung dieses Romans hörte, wollte ich ihn auch unbedingt lesen, wobei alleine schon der Klappentext dafür sorgt, dass man neugierig auf den Inhalt wird.
Als ich dann anfing zu lesen, habe ich doch einen kurzen Moment gebraucht, um in die Geschichte hineinzufinden, was nicht unbedingt an unsympathischen Charakteren liegt, sondern viel mehr daran, dass man sich sofort zu Beginn in die Charaktere hineinversetzen möchte, aber deren Handlungsweisen nicht immer sofort nachvollziehen kann. Dies legt sich aber sehr schnell, so dass es ein Vergnügen ist diesen Roman zu lesen.

Dieser Roman ist im Grunde eine Art Dreiecksgeschichte rund um Claire, Ben und Romily. Claire und Ben versuchen bereits seit Jahren vergeblich ein Kind zu bekommen. Selbst zu künstlicher Befruchtung haben sie schon gegriffen. Leider verliert Claire das Kind immer sehr schnell. An einem Kneipenabend schlägt Romily, die bereits seit ewigen Zeiten mit Ben befreundet ist, diesem vor das Kind für sie zu bekommen. Romily hat bereits eine siebenjährige Tochter namens Posie, die sie alleine aufzieht. Was Romily Ben verschweigt, ist die Tatsache, dass sie bereits seit ihrer Collegezeit in Ben verliebt ist.
Während Romily nun das Kind austrägt durchlebt sie eine Welle von Gefühlen, da sie sich nach einer Weile selbst nicht mehr den ehrlichen Beweggründen klar ist. Sie liebt Ben so sehr, aber ist sie auch bereit sein Kind aufzugeben und es einer anderen Frau zu übergeben? Gleichzeitig hat sie mit ihrem Leben als alleinerziehende Mutter zu kämpfen, da sie sich manchmal überfordert fühlt und sich nicht für eine gute Mutter hält. Richtig kompliziert wird es für sie als der Vater ihrer Tochter, dem sie nie etwas von dem Kind gesagt hatte, wieder auf der Bildschirmfläche erscheint.
Claire, die immer bereits als perfekte "Mutter" aufgetreten ist, indem sie sich so rührend um Posie kümmert, als wäre sie ihre eigene Tochter. Sie scheint alles in ihrem Leben zu haben außer dem, was sie sich am meisten wünscht: ein eigenes Kind. Sie überhäuft Romily während der Schwangerschaft mit guten Ratschlägen und versucht so viel wie möglich an der Schwangerschaft teilzuhaben. Dabei weiß sie nichts von deren wahren Beweggründen das Kind zu bekommen. 
Am Ende stehen für alle Beteiligte wichtige Entscheidungen an, die ihr Leben in neue Bahnen lenken können. Sie müssen sich alle ihren wahren Gefühlen stellen und feststellen, dass ihr Leben nicht das ist, was sie sich immer vorgestellt haben.

Julie Cohen ist ein wundervoller Roman, rund um das Thema "Leihmutterschaft" gelungen. Sie geht dabei sehr einfühlsam auf die einzelnen Charaktere ein. Mir gefiel es, dass die Personen sich im Laufe des Romans eine Entwicklung durchgehen, die sich sich wahrscheinlich selbst nicht vorgestellt hätten. Die einzelnen Charaktere wirken gut durchdacht und haben alle ihre Ecken und Kanten. Selbst Claire, die auf den ersten Blick nach außen perfekt erscheint, hat ihre Fehler. Einzig Romilys Tochter Posie war mir ein wenig zu erwachsen. Sie ist erst sieben Jahre alt, gibt aber ständig altkluge Antworten und weist ein Wissen auf, die kein siebenjähriges Kind haben kann. Wenn ich nicht wüsste, wie alt sie wäre, würde ich schätzen, dass sie mindestens zehn bis elf Jahre alt wäre. Erst zum Ende des Romans wird ihr Handeln und ihre Wortwahl etwas alters-entsprechender.

Insgesamt betrachtet ist der Autorin ein toller Roman gelungen, der Spaß macht zu lesen. Man kommt ins Grübeln und leidet teilweise mit den Protagonisten mit, muss aber auch an der ein oder anderen Stelle schmunzeln. Der Roman kommt, wie ich finde, zwar auf relativ leisen Sohlen daher, sorgt aber durch einen kontinuierlichen Spannungsbogen dafür, dass man nie das Interesse am Roman verliert.
Insbesondere das Ende, wo es ziemlich kracht, hat mir sehr gut gefallen. Ich fand es gut, dass alle aufgestauten Gefühle irgendwann ausbrechen, so dass die Figuren sich entscheiden müssen, was sie von ihrem Leben wollen.
Der Roman bekommt von mir nur einen leichten Abzug dafür, dass sich Posie in meinen Augen "zu alt" für ihr Alter verhält. Daher erhält er von mir 4 (von 5) Punkten.



Samstag, 15. März 2014

[Rezension] "Einmal und für immer" von Ciara Geraghty

Taschenbuch: 528 Seiten
Verlag: Heyne Verlag (10. Februar 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3453410718
ISBN-13: 978-3453410718
Originaltitel: Lifesaving for Beginners














Klappentext:
Zwei Leben. Zwei Wahrheiten. Zwei Entscheidungen.

Kat, 39, ist nicht verliebt. Sie hat eine Menge Freunde, einen gewöhnlichen Job, und sie denkt niemals über ihre Vergangenheit nach. Das ist Kats Geschichte. Nichts davon ist wahr. Milo, 9, liebt seine Mum, Bananenmuffins und seinen Erste-Hilfe-Kurs. Er denkt nie über seine Zukunft nach. Das ist Milos Geschichte. Alles davon ist wahr. Und es gibt noch eine andere Geschichte, eine, bei der die Lebenswege eines Jungen aus Brighton und einer Frau aus Dublin sich durch eine Laune des Schicksals kreuzen und alles auf den Kopf stellen. Dies ist die Geschichte, die gerade erst beginnt ...



Meine Meinung:
Da ich bereits einige Romane der Autorin gelesen habe, war ich auf diesen neuen Roman natürlich auch sehr neugierig. Angesichts dessen, dass ich die bisherigen Romane der Autorin mochte, waren meine Erwartungen an diesem Roman natürlich relativ hoch, zumal der Klappentext einen wie ich finde interessanten Inhalt verspricht. 

Der Roman erzählt abwechselnd die Geschichte rund um Kat, erfolgreiche Schriftstellerin, die nach einem Unfall Probleme hat ins Leben zurückzufinden, und dem neunjährigen Milo, der seine Mutter durch einen Verkehrsunfall verliert und nun zusammen mit seiner großen Schwester lebt. 
Man ahnt relativ schnell, dass die Geschichten der beiden etwas gemeinsam hat. Auf sehr einfühlsamer und wunderbarer Weise verschmelzt die Autorin nach und nach die Geschichten der beiden. Einige Dinge kann man sich zwar relativ schnell zusammenreimen, aber dennoch weist der Roman immer wieder positive Überraschungen auf. 
Insgesamt verläuft der Roman relativ gradlinig und sorgt durch interessante und liebenswerte Charaktere dafür, dass man den Roman kaum aus der Hand legen mag. Die einzelnen Personen wirken gut durchdacht und haben alle ihre Eigenheiten, teilweise sogar richtige Schrulligkeiten, wodurch sie der ganzen Geschichte mehr Würze verleihen.

Allerdings muss ich gestehen, dass ich ein wenig Mühe hatte in die Geschichte hineinzufinden, da ich Anfangs mit der erwachsenden Hauptfigur Kat nicht so richtig warm geworden bin. Ich war ein wenig zwiegespalten, was ich so von dem Ganzen halten sollte. Insbesondere in die Beziehung zwischen Kat und Thomas (Kats Freund) fiel es mir anfangs etwas schwer hineinzuversetzen. Die beiden sind grundverschieden, so dass mir nicht klar war, warum die beiden überhaupt zusammen sind. Kat hatte mir anfangs auch ein wenig zu negativ und teilweise auch paranoid eingestellt, was sich im Laufe der Zeit aber etwas legt und am Ende versteht man sogar, warum sie die ist, die sie ist.
Milo war mir vom ersten Moment an sympathisch. Man leidet direkt mit ihm mit, als er seine geliebte Mutter verliert. Er ist nun mit seiner großen Schwester alleine, die sich die allerbeste Mühe gibt die Mutter zu ersetzen. Milos Vater hat die Familie bereits vor einiger Weile verlassen und lebt nun mit seiner neuen Frau, die ein Kind erwartet, in Schottland. Auch wenn ich mich anfangs ein wenig gefragt habe, warum Milo nicht zu ihm zieht, sondern seine Schwester die Verantwortung für ihn übernimmt, konnte ich den Grund, dass Milo sein gewohntes Umfeld auch Schule und Freunde nicht verlieren soll verstehen.

Insgesamt betrachtet ist Geraghty ein wundervoller Roman voller Gefühle gelungen. Auf einfühlsame Art und Weise erzählt sie die Auswirkungen eines Unfalls auf die "Hinterbliebenen" und deren Umgang damit. Nach und nach werden in beiden Geschichten Geheimnisse gelüftet, die man teilweise zwar erahnt, aber einen trotzdem immer wieder überraschen.
Lediglich die erwachsende Hauptfigur hätte ein wenig sympathischer dargestellt sein. Daher bekommt dieser Roman von mir 4 (von 5) Punkten.


Sonntag, 9. März 2014

[Rezension]: "Der Sommer mit meiner Schwester" von Lucy Diamond

Taschenbuch: 480 Seiten
Verlag: rororo (1. März 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 349925963X
ISBN-13: 978-3499259630















Klappentext:
Die Schwestern Polly und Clare könnten unterschiedlicher nicht sein: Während Clare als alleinerziehende Mutter in ihrem Heimatort Elderchurch lebt, machte Polly Karriere in der Londoner Finanzwelt. Ein Leben in der Kleinstadt ist für sie undenkbar. 
Doch dann verliert Polly von einem Tag auf den anderen ihren Job, muss die teure Penthouse-Wohnung räumen. Es bleibt nur ein Ausweg: zurück nach Elderchurch und vorerst bei Clare einziehen. Das Zusammenleben wird alles andere als einfach, zu viel ist vorgefallen in der Vergangenheit. Nur langsam kommen sich die beiden Schwestern während des gemeinsamen Sommers näher und begreifen, dass sie doch mehr miteinander verbindet, als sie dachten. Kann es am Ende des Sommers für beide einen Neuanfang geben?




Meine Meinung:
Als ich den Klappentext des Romans gelesen habe, wurde ich direkt neugierig auf den Inhalt. Mich interessieren generell Romane, in denen es um komplizierte Familienbeziehungen geht. Beim Lesen wurde ich dann auch nicht wirklich enttäuscht. Lucy Diamond ist ein wundervoller Roman gelungen, den man nur ungern aus der Hand legen mag.

Im Mittelpunkt der Geschichte stehen die gegensätzlichen Schwestern Polly und Clare. Während Polly es nach der Schule kaum erwarten konnte dem Kleinstadtleben zu entfliehen, um in London Karriere zu machen, ist Clare im Heimatort geblieben und hat zwei Kinder bekommen, die sie nun größtenteils alleine großzieht. Polly führt in London das Leben einer Karrierefrau und lebt auf großen Fuß, während Clare als Sprechstundenhilfe in einer Arztpraxis jeden Cent zweimal umdrehen muss, um über die Runden zu kommen. Alles ändert sich für die beiden, als Polly ihren Job verliert und mit diesem auch ihr aufgebautes feudales Leben, als sie keinen neuen Job findet. Polly muss, als sie auch noch ihre Wohnung verliert, zurück in ihr Heimatdorf ziehen und wird dort von Clare, wenn auch widerwillig, aufgenommen. Dabei prallen zwei Welten aufeinander. Polly fällt es schwer sich im Ort zurecht zu finden, da sie sich nur schwer von ihrem anspruchsvollen Leben verabschieden kann und sich im Grunde zu gut für das Kleinstadtleben fühlt. Des weiteren verschweigt sie den wahren Grund ihrer Rückkehr, sondern gibt vor einen Ort der Ruhe zur Recherche sucht. Clare hat ihrerseits Probleme Pollys arrogante Art zu akzeptieren und versucht sie auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen. Gleichzeitig schwebt zwischen den beiden ein dunkles Geheimnis aus ihrer Kindheit, über das sie nie gesprochen haben.
Im Laufe der Zeit werden Vorurteile abgebaut und neue "alte" Verbindungen geknüpft. Aber sind die beiden auch bereit sich wirklich aufeinander einzulassen? Außerdem bietet sich für die beiden am Ende des Sommers eine Zukunft, die beide sich niemals vorgestellt hätten, sowohl im Bereich Liebe.

Ich muss gestehen, dass ich mit Pollys arrogante und egozentrische Art am Anfang so meine Probleme hatte. Sie ist nicht gerade ein Charakter in den man sich auf den ersten Blick verliebt. Allerdings sorgt ihre Art auch für Glaubwürdigkeit. Sie hat jahrelang ein Leben auf der Überholspur geführt und wird nun auf den Boden der Tatsachen zurückgeschleudert. Wer würde da nicht innerlich ins Straucheln kommen und mit der Situation hadern. Clare war mir von Anfang an sehr sympathisch, auch wenn ich sie manchmal ein wenig zu schüchtern fand. Ich hatte das Gefühl, dass sie sich so manches Mal selbst auf den Füßen stand. Sie hat zu Beginn nur wenig Selbstvertrauen in sich selbst. 
Man spürte beim Lesen das der Autorin die Charaktere am Herzen lagen. Die einzelnen Figuren (bis hin zu den Nebenfiguren) sind gut durchdacht und haben alle ihre Eigenarten, die sie lebensecht erscheinen lassen. Lucy Diamond gewährt den Lesern trotz einer Erzählweise in der dritten Person tiefe Einblicke in das Seelenleben der Charaktere.

Mir fiel es schwer diesen Roman aus der Hand zu legen. Der Autorin ist ein wundervoller Roman voller Höhen und Tiefen gelungen. Jedes Mal, wenn ich das Gefühl hatte, die Handlung läuft in eine bestimmte Richtung, wurde ich angenehm überrascht. Mit einer Menge an Wendungen und Überraschungen sorgt die Autorin für Überraschung. Nichts ist auf den ersten Blick so wie es scheint. 
Insbesondere die unterschwelligen Vorurteile, die die beiden Schwestern einander gegenüber haben, fand ich lebensnah. Der Umgang mit diesen Vorurteilen sorgte das ein oder andere Mal auch für einen kurzen Lacher bei mir.

Dieser Roman hält auf jeden Fall eine Menge an Gefühlen bereit: Man lacht, man grübelt, man misstraut, man ärgert sich und man verliebt sich. Die Handlung sorgt auf jeden Fall dafür, dass man das Buch nicht unberührt beendet.
Bis auf wenige Abschnitte hat es mir sehr gut gefallen. Lediglich der lange Wandlungsweg Pollys, der sich am Ende ganz plötzlich vollzieht fand ich ein wenig unglaubwürdig. Ich hätte damit gerechnet, dass sie am Ende mehr mit sich hadern würde, als es um eine wichtige Entscheidung für ihre Zukunft geht. 
Daher bekommt der Roman von mir starke 4 Punkte (von 5).