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Sonntag, 10. August 2014

[Rezension] „Sommerblau“ von Mia March

Taschenbuch: 384 Seiten
Verlag: rororo (2. Juni 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3499268566
ISBN-13: 978-3499268564














Klappentext:
Drei Frauen, drei Schicksale. Ein Sommer, der alles verändert. Blaues Meer, der Himmel in azur und der beste Blaubeerkuchen von Maine: Der Sommer in Boothbay Harbor könnte nicht schöner sein. Doch Veronica, die in einem kleinen Diner arbeitet, kann keinen Sommer mehr genießen, seit sie vor vielen Jahren ihre neugeborene Tochter zur Adoption freigeben musste. Erst die Begegnung mit zwei Besucherinnen des kleinen Küstenstädtchens hilft ihr, wieder nach vorn zu blicken: Gemma, ungewollt schwanger, und Bea, auf der Suche nach ihrer Mutter. Im Laufe des Sommers werden die drei Frauen zu Freundinnen. Und entdecken, dass das große Glück manchmal nur einen kleinen Augenblick entfernt liegt.


Meine Meinung:
Ich bin bereits vor einer Weile auf den Roman aufmerksam geworden, da das Cover mich an die Romane von Mary Kay Andrews erinnerte. Als ich dann den Klappentext las, wurde ich noch neugieriger, weshalb ich mir den Roman kurz nach dem Erscheinen besorgt habe. Beim Lesen wurde ich dann direkt positiv überrascht, da Parallelen zum Roman „Der Sommer der Frauen“, einem Roman der Autorin, der bereits im letzten Jahr erschien, gezogen wurden.
Der Roman hat mich auch direkt in seinen Bann gezogen, da die Autorin mit den drei Hauptfiguren Veronika, Gemma und Bea sehr interessante und vielschichtige Charaktere geschaffen hat. Die Figuren werden jede für sich langsam eingeführt und nach und nach verweben sich die einzelnen Handlungsstränge zu einem wundervollen Ganzen. Man spürt, dass die Figuren der Autorin am Herzen liegen. Die Figuren sind keineswegs perfekt, sondern erleben im Roman Rückschläge die sie mal zurückwerfen, an denen sie aber auch wachsen. Zum Einen ist da Veronika, die vor ein paar Jahren in ihre Heimatstadt Boothbay Harbor zurückgekehrt ist, nachdem sie vor über 20 Jahren ihre Tochter zur Adoption freigegeben hat. Sie hat sich nie vergeben, dass sie ihre Tochter einfach so aufgegeben hat. Es scheint bei ihr sogar fast so, als würde sie sich seitdem jedem Fünkchen Glück verbieten, als Strafe für die Adoption. Zum Anderen ist da Bea, die einem Jahr nach dem Tod ihrer Mutter erfährt, dass sie adoptiert wurde und ihre Eltern nicht die waren, die sie vorgaben zu sein. Bea hat das Gefühl, dass ihr Leben auseinanderbricht und macht sich auf die Suche nach ihrer leiblichen Mutter, die in Boothbay Harbor lebt. Und dann ist da noch Gemma, die ungewollt schwanger ist und eine alte Freundin im kleinen Küstenstädtchen besucht. Gemma ist sich nicht sicher, ob sie wirklich ein Kind möchte, da für sie eigentlich ihre Karriere als Journalistin im Vordergrund steht und sie nicht in den Fängen ihrer Schwiegermutter landen möchte.
In ihrem Roman setzt die Autorin sich sensibel und intensiv mit dem Thema „ungewollte“ Schwangerschaft und ihren Folgen auseinander. Die einzelnen Frauen erzählen aus verschiedenen Blickwinkeln, welche Auswirkungen dies auf ihr Leben hat. Nach und nach verweben sich die Leben der drei Frauen ineinander. Mia March bettet die ganze Geschichte dabei in eine traumhafte Kulisse, in die man sich sofort verliebt. Man hat das Gefühl live vor Ort und sein und alles mitzuerleben.

Ich für meinen Teil bin sofort in den Roman versunken und konnte ihn kaum aus der Hand legen. Ich habe die ganze Zeit mit den Figuren mitgelitten. Man kann beim Lesen alle Gefühle ausleben: Mal ist es lustig, dann aber auch wieder traurig und nachdenklich. Beim Lesen versetzt man sich immer wieder in die Charaktere und kommt ins Grübeln, ob man auch ähnlich entscheiden würde. Mia March schafft es mit relativ klaren Worten und einem leicht zu lesenden Schreibstil, dass man sich sofort in die Geschichte verliebt und gar nicht mehr weg aus Boothbey Harbor möchte. Man erlebt wie die drei Frauen einen inneren Wandel durchlaufen, um zu den Frauen werden zu können, die sie eigentlich sein wollen.
Manches in der Geschichte ist zwar auch ziemlich hervorsehbar. Dies trübt aber das Lesevergnügen keineswegs, da der Roman immer wieder mit kleinen Wendungen aufwarten kann, die die Geschichte in neue Bahnen lenken.

Allerdings muss ich auch gestehen, dass mir das Ende für Gemma zwar sehr gefällt, dieses aber nicht unbedingt sehr realistisch ist.

Insgesamt betrachtet kann ich sagen, dass dies ein Roman nach meinen Geschmack ist. Daher bekommt er von mir die volle Punktzahl mit 5 (von 5) Punkten.

Donnerstag, 31. Juli 2014

[Rezension] „The Chance“ von Robyn Carr

Format: Kindle Edition
Dateigröße: 527 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 347 Seiten
ISBN-Quelle für Seitenzahl: 0778315991
Verlag: Harlequin MIRA (25. Februar 2014)
Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
Sprache: Englisch
ASIN: B00FBZKZLS












Klappentext:
With its breathtaking vistas and down-to-earth people, Thunder Point is the perfect place for FBI agent Laine Carrington to recuperate from a gunshot wound and contemplate her future. The locals embraced Laine as one of their own after she risked her life to save a young girl from a dangerous cult. Knowing her wounds go beyond the physical, Laine hopes she'll fit in for a while and find her true self in a town that feels safe. She may even learn to open her heart to others, something an undercover agent has little time to indulge.
Eric Gentry is also new to Thunder Point. Although he's a man with a dark past, he's determined to put down roots and get to know the daughter he only recently discovered. When Laine and Eric meet, their attraction is obvious to everyone. But while the law enforcement agent and the reformed criminal want to make things work, their differences may run too deep…unless they take a chance on each other and find that deep and mysterious bond that belongs to those who choose love over fear.



Meine Meinung:
Bei diesem Roman handelt es sich um den vierten Roman aus der Thunder Point Reihe von Robyn Carr, die leider bislang nur auf Englisch erschienen ist. Da ich aufgrund der Virgin River Reihe bereits großer Fan der Autorin bin, möchte ich diese Roman-Reihe auf jeden Fall auch lesen. Die ersten drei Romane der Reihe habe ich bereits in den vergangenen Monaten gelesen habe und diese fast alle wundervoll fand, habe ich mir nun diesen Teil vorgenommen. Allerdings muss ich gestehen, dass mich dieser Band nicht so ganz überzeugen konnte. Zwar ist er auch wundervoll geschrieben, jedoch sind mir die Figuren nicht so recht ans Herz gegangen.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht die FBI-Agentin Laine Carrington, die im kleinen Ort Thunder Point zur Ruhe kommen möchte, nachdem sie im verdeckten Einsatz verwundet wurde. Sie möchte sich nun über ihre Zukunft klar werden. Nach und nach lernt sie die Bewohner des kleinen Ortes kennen, darunter auch den Autowerkstattbesitzer Eric Gentry, der ebenfalls neu in der Stadt ist. Die beiden entwickeln sehr schnell Gefühle für einander. Allerdings scheint die Zukunft der beiden nicht unbedingt eine Zukunft zu haben, da nicht klar ist, wie lange Laine in der Stadt bleiben wird und Eric ein resozialisierter Straftäter ist.
Neben diesen beiden Hauptfiguren kommt auch noch Al, Erics alter Freund und Angestellter zum Vorschein, der sich ebenfalls im Ort niederlässt und mit RaeAnn (einer Figur, die bereits in den drei vorherigen Bänden auftaucht) anbändelt und so etwas wie väterliche Gefühle für den wütenden Teenager Justin entwickelt.

Handlungstechnisch geschieht in diesem Roman nicht allzu viel extrem spannendes. Die Handlung plättschert teilweise ein wenig vor sich hin. Zwar schafft es Carr in diesem Roman den Spannungsbogen durchweg einigermaßen hoch zu halten. Allerdings fehlten mir einige echte Spannungsspitzen. Die einzelnen Figuren erleben zwar alle ihre Ups und Downs. Jedoch kann man in diesem Roman nicht all zu viele Überraschungen erwarten. Ich wusste oftmals schon in welche Richtung ein Handlungsstrang verlief und wurde auch selten vom Gegenteil überrascht.
Die einzelnen Figuren sind zwar jede für sich sehr gut gestaltet, allerdings können sie meiner Meinung nach ihre individuellen Charakterzüge nicht immer so ganz ausleben. An der ein oder anderen Stelle waren mir die Figuren manchmal ein wenig zu unstet. Robyn Carr reist zwar Themen wie „Pflegeeltern“ oder „schwierige Familienverhältnisse“ an, allerding bleibt sie mir da ein wenig zu oberflächlich.
Robyn Carr hat diesen Roman mit sehr viel Gefühl gespickt, jedoch lässt die Dramatik zwischenzeitlich ein wenig auf sich warten. Allerdings sollte man sich davon auch nicht so sehr entmutigen lassen. Der Roman ist dennoch lesenswert. Alleine schon die traumhafte Kulisse rund um Thunder Point und deren liebenswerte Bewohner entschädigen für vieles.

Da mir dieser Roman zwar gefallen hat, jedoch nicht vollends überzeugen konnte, bekommt er von mir schwache 4 (von 5) Punkten.


Sonntag, 20. Juli 2014

[Rezension] „Firefly Lane“ von Kristin Hannah

Format: Kindle Edition
Dateigröße: 707 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 496 Seiten
Verlag: Pan (18. Juli 2013)
Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
Sprache: Englisch
ASIN: B00CP4I4HK













Klappentext:
A coming of age novel about a generation of women who were both blessed and cursed by their choices. It is 1974 and the summer of love is finally drawing to a close. The flower children are starting to realise that you cannot survive on peace and love alone. Kate Mularkey has accepted her place at the bottom of the secondary school social food chain. Then, to her amazement, the ‘coolest girl in the world’, Tully Hart – the girl all the boys want to know - moves in across the street and wants to be her best friend. Tully and Kate became inseparable and by summer’s end they made a pact to be ‘best friends forever’. For thirty years Tully and Kate buoy each other through life, weathering the storms of friendship, jealousy, anger, hurt and resentment. Tully will follow her ambition to find fame and success. Kate knows that all she wants is to fall in love and have a family. What she doesn’t know is how being a wife and a mother will change her. They think they’ve survived it all until a single act of betrayal tears them apart. But when tragedy strikes, can the bonds of friendship survive? Or is it the one hurdle than even a lifelong friendship cannot overcome. FIREFLY LANE is a book for every woman who knows that her best friend is the only person who really, truly, knows her. And it is a book she will never forget.


Meine Meinung:
Ich habe diesen Roman bereits vor gut drei Jahren auf Deutsch (Titel: „Immer fürdich da“ ) gelesen und fand ihn damals schon recht gut. Da ich bei vorablesen.de die Fortsetzung „Wie ein Stern in der Nacht“ gewonnen habe und ich mich nicht mehr an alle Einzelheiten erinnern konnte, habe ich mir das Buch nochmals vorgenommen, dieses mal im englischen Original.  Ich kam sehr schnell in die Handlung hinein. Auch wenn mir natürlich vieles schnell wieder bekannt wurde und ich im Grunde schon wusste, in welche Richtung die Geschichte laufen wird, hat es Spaß gemacht diesen Roman (nochmals) zu lesen.

Als die schüchterne Kate und die coole, hübsche Tully einander mit vierzehn zum ersten Mal begegnen, ahnen sie noch nicht, dass daraus eine Freundschaft fürs Leben entstehen wird. Jahrelange Trennung, unterschiedliche Lebenswege, Männer: nichts kann Tully und Kate auseinanderbringen. Doch dann kommt es zu einem schlimmen Streit, in dem alte Wunden aufreißen. Es herrscht Funkstille – bis den Freundinnen klar wird, wie kurz das Leben sein kann …
Der Text auf der Buchrückseite weckte schon damals sofort mein Interesse. Und ich wurde auch beim Lesen nicht enttäuscht. Eine Freundschaft zwischen zwei Mädchen bzw. Frauen, die unterschiedlicher nicht sein können, das ist wie aus dem Leben gegriffen, so dass man sich auch sofort mit einer der beiden Protagonistinnen identifizieren kann. Das Buch begleitet die beiden Freundinnen Kate und Tully über einen Zeitraum von über dreißig Jahren. Es beginnt in den 70er Jahren, als Kate und Tully sich das erste Mal als Teenager begegnen, als Tully in das Haus von Kate gegenüber einzieht. Es sind durchaus sehr turbulente Jahre, die die beiden durchmachen. Jahr für Jahr bzw. Jahrzehnt für Jahrzehnt entwickelt sich das Leben der beiden in ganz unterschiedliche Richtungen und sie sind einander dennoch im Herzen immer ganz nah. Ja, bis eines Tages, ein großer Streit die beiden entzweit. Bis zu diesem Streit dauert es allerdings gut 400 Seiten (von insgesamt 479). Und genau da liegt eigentlich mein einziger Kritikpunkt. Man wundert sich, warum es genau dieser eine Streit ist, der die beiden auseinanderreißt. Es kommt auch vorher schon zu einigen kleineren und größeren Streitigkeiten zwischen den beiden. Insbesondere als Tully für ihre Kariere Kate hintergeht und ihre Freundschaft aufs Spiel setzt, ist kurz darauf wieder alles Friede Freude Eierkuchen zwischen den beiden. Daher wirkte auf mich dieser „eine große Streit“ auch nicht so ausschlaggebend für die Funkstille. Allerdings kann ich auch verstehen, dass die Autorin irgendwann einen richtigen Eklat zwischen Kate und Tully erzeugen musste, um der Geschichte ein tränenreiches Ende geben zu können. Und traurig ist das Ende auf jeden Fall. Wenn man dieses Buch liest, sollte man auf jeden Fall Taschentücher für das Ende zur Hand haben.

Alles in allem kann ich sagen, dass das Lesen dieses Buches wirklich Spaß gemacht hat, weil man sich darin als Frau mit seiner besten Freundin wiederentdecken kann. Man entdeckt auch in sich die Kate bzw. die Tully. Das Buch lässt sich sehr leicht lesen und fesselt einen (insbesondere als Liebhaber von Frauenliteratur), so dass man das Buch nur schwer beiseitelegen kann. Ich fieberte sowohl mit Kate, als auch mit Tully mit, die beide für sich (und auch gemeinsam) die Höhen aber auch viele Tiefen des Lebens mitmachen. Das ist es, was es realistisch macht: Den Beiden passieren Dinge, die auch in unser aller Leben passieren können.
Das Buch regt einen zum Nachdenken, lachen, aber auch weinen an. Ich kann dieses Buch daher wirklich zum Lesen weiterempfehlen, auch wenn es nicht das beste Buch von Kristin Hannah ist. Dies soll jetzt nicht unbedingt ein Kritikpunkt sein, da mir der Roman schon sehr gefällt. Allerdings sind da doch ein paar Ungereimtheiten, über die man nicht vollends hinwegsehen kann. Aber vielleicht klärt ja die Fortsetzung „Wie ein Stern in der Nacht“ noch so einiges auf.

Der Roman hat trotz leichter Schwächen durchaus 4 (von 5) Punkten verdient, da er eine Menge an Emotionen bereithält.


Montag, 30. Juni 2014

[Rezension] „Du und ich und all die Jahre“ von Amy Silver

Taschenbuch: 368 Seiten
Verlag: rororo; Auflage: 10 (2. Januar 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3499259893
ISBN-13: 978-3499259890
Originaltitel: One Minute to Midnight















Klappentext:
Ein Jahr geht zu Ende. Ein neues Leben beginnt. Seit sie dreizehn war, feierte Nicole Silvester mit ihrem besten Freund Julian. Jahr für Jahr erzählten sie sich ihre Vorsätze und geheimen Wünsche, sie waren der Mittelpunkt jeder Party und immer für einander da. Bis zu jener schicksalshaften Neujahrsnacht … Seitdem ist Nicoles Leben völlig aus den Fugen geraten: Beruflich steckt sie in einer Sackgasse, ihre Ehe mit Dom kriselt gewaltig und dann taucht Aidan auf, der Mann, der ihr einst das Herz brach. Nicole beschließt: Im neuen Jahr wird sie ihr Leben endlich wieder in die Hand nehmen. Doch wie soll sie das schaffen, wo Julian nicht mehr da ist, um ihr beizustehen?


Meine Meinung:
Nach „All I want for Christmas“ ist dies nun der zweite Roman der Autorin, den ich gelesen habe. Und wie bereits den anderen Roman, finde ich auch diesen wieder sehr gelungen. Silver schreibt auf sehr interessante und einfühlsame Weise, so dass man in die Geschichte versinken kann und möchte.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht Nicole, die seit ihrem dreizehnten Lebensjahr immer Silvester mit ihrem besten Freund Julian gefeiert hat. Jedes Jahr erzählen sie sich ihre Wünsche und Vorsätze fürs neue Jahr und sind immer füreinander da. Doch seit zwei Jahren ist alles anders. Julian ist nicht mehr da. Dieses Jahr steht Silvester wieder kurz vor der Tür und Nicole plant mit ihrem Mann Dom zu Karls (Julians Freund) Silvesterparty nach New York zu reisen. Während die Party immer näher rückt, erinnert Nicole sich an vergangene Silvester, bei denen auch Aidan, Julians Cousin, eine große Rolle spielte, war er doch ihre große Liebe. Nicole ist schon seit langem unzufrieden mit ihrem Leben, weiß jedoch nicht so recht, wie sie daran etwas ändern soll. Es scheint, als wäre ihr Leben bereits seit langer Zeit dabei auseinanderzufallen.

Dieser Roman ist eine gefühlvolle Geschichte über das Leben, die Liebe und die schicksalshaften Entscheidungen, die man im Leben treffen und denen man sich stellen muss. Amy Silver kehrt von der Gegenwart immer in Nicoles Vergangenheit zurück. Durch die Rückblicke erkennt man schnell, warum Nicole die ist, die sie ist, wodurch die ganze Handlung mehr Glaubwürdigkeit bekommt. Nach und nach ergibt sich ein vollkommendes Bild.
Der Roman kommt ohne viel Gefühlsduselei daher, vermittelt aber dennoch eine Menge Herzschmerz, Liebe und eine Menge Gefühle. Ich habe immer wieder total mit Nicole mitgelitten und fand Julian sofort total sympathisch. Ich möchte allerdings auch gestehen, dass mir weder Aidan, noch Dom passend für Nicole waren, da sie beide meiner Meinung nach ein wenig zu egoistisch sind und beide Probleme sich unterzuordnen.

Ich für meinen Teil habe es genossen diesen Roman gelesen zu haben, da er einem auch ein wenig dazu animiert über seine eigenen Lebensentscheidungen nachzudenken. Dieser Roman ist mehr, als ein reiner Frauenroman. Mit einfachen, nicht immer ganz leisen Tönen, kommt er daher und zieht einen sofort in den Bann. Auch wenn dieser Roman hauptsächlich in der Weihnachtszeit bzw. um Silvester rum spielt, kann man ihn auch problemlos zu einer anderen Jahreszeit lesen. Er eignet sich perfekt für ein Wochenende auf der Couch.

Da mir der Roman mit leichten Abstrichen ziemlich gefallen hat, bekommt er von mir 4 (von 5) Punkten.

Wer nun Lust auf mehr bekommen hat, hier gibt's eine Leseprobe

Sonntag, 29. Juni 2014

[Rezension] „Inselglück“ von Elin Hilderbrand

Taschenbuch: 496 Seiten
Verlag: Berlin Verlag Taschenbuch (11. Juni 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3833308915
ISBN-13: 978-3833308918
Originaltitel: Silver Girl














Klappentext:
Meredith hat das Pech, mit dem größten Anlagebetrüger aller Zeiten verheiratet zu sein. Sie flüchtet sich zu ihrer Freundin Constance auf Nantucket, um ein paar Monate ganz ohne Männer zu verbringen. Doch dann steht ihre Jugendliebe Toby plötzlich vor der Tür....


Meine Meinung:
Auch wenn der Klappentext ziemlich knapp gehalten ist, wurde ich dennoch neugierig auf den Inhalt, zumal ich bereits ein paar Bücher der Autorin gelesen habe und diese fast alle ziemlich gut fand. Und ich wurde wirklich nicht enttäuscht. Beim Lesen wird man direkt ins Geschehen geworfen.
Der Roman beginnt damit, dass die beiden Freundinnen Constance und Meredith nach Nantucket reisen. Meredith hat gerade alles verloren, was ihr lieb und teuer ist. Ihr Mann Freddie wurde gerade als größter Anlagebetrüger aller Zeiten zu 150 Jahren Gefängnis verknackt und sie steht auch noch unter Verdacht in den Machenschaften ihres Mannes verstickt zu sein, da sie kurz vor der Verhaftung ihres Mannes 15 Millionen auf dessen Bitte hin vom Geschäfts- aufs Privatkonto überwiesen hat und von diesem Geld und noch weiteren jede Spur fehlt. Sie versucht sich im Ferienhaus ihrer Freundin vor der Außenwelt zu verstecken, da eine mediale Hetzjagd auf sie ausgebrochen ist. Constance reist mit eigenen Problemen auf die Insel. Sie hat vor ein paar Jahren ihren Mann verloren, weil dieser an Krebs gestorben ist. Seit einem Streit mit ihrer Tochter auf der Trauerfeier ihres Mannes hat sie keinen Kontakt mehr zu ihrer Tochter Ashley, was ihren Nerven zerrt.
Während die beiden Frauen versuchen alte Erinnerungen wieder aufleben zu lassen, geschehen plötzlich merkwürdige Übergriffe, wie aufgeschlitzte Reifen und eine beschmierte Hauswand. Außerdem tauchen für beide Frauen neue bzw. alte Männer auf, die das Leben der Frauen noch mehr durcheinander bringen. Am Ende heißt es für beide lebensweisende Entscheidungen zu treffen.
Man fiebert und leidet mit Meredith und Constance mit. Die beiden wirken auf den ersten Blick ziemlich selbstbewusst, offenbaren aber ziemlich schnell seelische Schwächen, die sie lebenswert macht.

Das Buch fesselt Einen beim Lesen von der ersten bis zur letzten Seite. Hilderbrand schreibt auf einfache und zugleich tiefgreifende Art und Weise, die es einem leicht macht in die Geschichte hineinzutauchen und sich in dieser zu verlieren. Und mit Meredith und Constance sind ihr zwei interessante und liebenswerte Charaktere gelungen. Man spürt, dass Hilderbrand ihre Figuren am Herzen liegen, da sie sie allesamt, bis hin zu den Nebenfiguren, mit Eigenheiten ausgestattet hat, die der Geschichte mehr Glaubwürdigkeit verleihen.
In diesem Roman werden Sommer- und Inselgefühle mit einer Menge Drama und Herzschmerz gespickt. Er stellt die Charaktere vor Herausforderungen, denen man sich stellen muss und stellt die Frage auf, was ist, wenn dein Leben plötzlich auseinanderbricht und man quasi neuanfangen muss?!

Das Einzige, was ich an diesem Roman ein wenig bemängeln möchte, ist die Tatsache, dass mir das Ende für Constance nicht so recht endgültig gelungen ist. Zwar erlebt auch sie ihr Happy End, aber irgendwie löst sich für sie meiner Meinung nach alles zu schnell in Wohlgefallen auf. Dies ist aber auch das Einzige, was ich an diesem Roman bemängeln möchte. Ich bin auf jeden Fall neugierig auf weitere Romane der Autorin.

Da mir der Roman ansonsten fast durchgehend super gefallen hat, bekommt der Roman auf jeden Fall starke 4 (von 5) Punkte.


Samstag, 28. Juni 2014

[Rezension] „Bauernhaus sucht Frau“ von Carole Matthews

Taschenbuch: 464 Seiten
Verlag: rororo (1. März 2011)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3499255448
ISBN-13: 978-3499255441
Originaltitel: The Difference a Day Makes














Klappentext:
In Highheels auf Landpartie! Amy und ihr Mann William sind typische Stadtmenschen. Doch nach einem Zusammenbruch beschließt William, mit seiner Familie aufs Land zu ziehen. Für Amy ist es eine ungeheuerliche Vorstellung, ihre After-Work-Drinks in der City gegen ein Bauernhaus mit Hühnern, Ziegen und einer Katze mit Serienkiller-Allüren einzutauschen. Und so kann sie dem neuen Leben in der etwas düsteren Moorlandschaft von Yorkshire anfangs wenig abgewinnen. Das soll es jetzt gewesen sein? Nein, denn das Schicksal hat noch einige Überraschungen für Amy parat …



Meine Meinung:
Dieser Roman lag nun bereits seit längerer Zeit auf meinem SUB, so dass es langsam echt Zeit wurde dass ich ihn mir vornehme. Allerdings folgte beim Lesen ein wenig die Ernüchterung. Der Roman hält leider nicht so ganz, was ich mir davon versprochen hatte. Dies ist im Grunde eine typische Geschichte vom Typ Hardcore-Städterin wird aufs Land verfrachtet, erlebt einen Kulturschock und anschließend einen Sinneswandel. Mal abgesehen davon, dass ich es merkwürdig fand, dass Amy ihrem Mann so mir nichts, dir nichts aufs Land folgt und bereit ist alles aufzugeben, wo sie doch eine ehrgeizige Karrierefrau ist, war mir ihr Charakter einfach ein wenig zu suspekt.
Generell waren mir die Figuren ein wenig zu unscheinbar, um so richtig hervorzustechen. Mir fiel es nicht immer ganz leicht, mich in sie hineinzuversetzen.

Der Klappentext verrät leider sehr wenig vom Inhalt und gibt auch meiner Meinung nach den Inhalt nur unzureichend wieder. Amy und ihr Mann William, geben ihr sorgsam erarbeitetes Leben als Großstädter auf, als William einen Zusammenbruch erleidet, und ziehen mit ihren beiden Kindern in ein altes Bauernhof Yorkshires. Amy und die Kinder hassen dort zunächst alles, zumal William ständig neue neurotische (und auch kranke) Tiere anschleppt. Wobei ich sagen muss, dass die im Klappentext extra erwähnte Katze eine ziemlich untergeordnete Rolle spielt. Die ist nämlich harmlos im Vergleich zum Hund Hamish, der alles anknabbert und frisst, was ihm vor die Schnauze fällt oder was sich aus Schränken räumen lässt. Amy erlebt auf dem Land nicht nur einen Kulturschock, sondern muss sich auch direkt erst mal vom Kindermädchen ihrer Kinder verabschieden. Als dann ein erneuter Schicksalsschlag auf die Familie zutrifft, muss Amy zeigen, was in ihr steckt. Unterstützung bekommt sie dabei vom Tierarzt, der ihr nicht nur beim lieben Vieh zur Seite steht.

Alles in allem muss ich sagen, dass ich diesen Roman sehr hervorsehbar fand. Man wusste im Grunde recht schnell, wohin sich die Geschichte entwickelt, weshalb ich auch manche Seiten ein wenig schneller überflogen habe. Zwar hält das Buch auch einige Überraschungen bereit, so dass man zwischendurch auch positiv überrascht wird. Allerdings hätte man die ganze Handlung auch um gut 50-100 Seiten sogar noch straffen können, ohne dass die Handlung darunter gelitten hätte. Meiner Meinung nach wurden Hamishs Eskapaden und Attacken ein wenig zu viel Spielraum eingeräumt, so dass ich zwischendurch den Hund einfach nur noch gehasst habe.
Thematisch betrachtet hätte der Roman definitiv mehr hergeben können. Leider verliert er sich des häufigeren in Nebensächlichkeiten. Amy und ihre Kinder müssen auf jeden Fall einiges durchmachen. Jedoch gerät dies des häufigeren ein wenig in den Hintergrund bzw. wird nicht immer ganz ausgearbeitet.

Zu behaupten, ich hätte es bereut den Roman gelesen zu haben, wäre dann jedoch ein wenig zu übertrieben, da die Autorin bei mir durchaus auch für Kurzweil gesorgt hat. Zwischendurch musste ich sogar das ein oder andere Mal schmunzeln bzw. habe beim Schicksalsschlag, den die Familie erleidet, ziemlich mitgefühlt.
Dieser Roman ist kein einfacher Chick-Lit, sondern hält für den Leser durchaus noch mehr bereit. Dieser Roman schlägt zwischendurch auch durchaus ernste Untertöne an, so dass man ein wenig ins Grübeln kommt.


Dies ist vielleicht nicht der beste Roman der Autorin, aber dennoch lesenswert, wenn man dich einen netten Sonntagnachmittag auf der Couch oder im Garten machen möchte. Von mir bekommt er auf jeden Fall 3 (von 5) Punkten.













Freitag, 27. Juni 2014

[Rezension] „Mein Sommer mit Nora“ von Linda Yellin

Taschenbuch: 312 Seiten
Verlag: Insel Verlag; Auflage: Deutsche Erstausgabe (19. Mai 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3458360034
ISBN-13: 978-3458360032
Originaltitel: What Nora knew














Klappentext:
Molly, Ende 30, lebt in New York und hat dem Traum vom großen Glück abgeschworen. Stattdessen führt sie eine unaufgeregte Beziehung mit dem soliden Chiropraktiker Russell und schreibt Klatsch-und-Tratsch-Reportagen für ein Online-Magazin. Die Tiefen des Alltags meistert sie mit spitzzüngiger Ironie und einem zur Perfektion eingeübten Galgenhumor. Dass das allerdings nicht immer funktioniert, bekommt sie zu spüren, als sie eine Reportage über die Liebe im Großstadtdschungel New Yorks schreiben soll – und das zu allem Überfluss im Geiste der romantischen Übermutter Nora Ephron. Harry und Sally, Schlaflos in Seattle, E-Mail für Dich – alles wird von Molly zu Rate gezogen, doch der romantische Funke will einfach nicht überspringen. Und blind, wie sie für die Chancen im Leben geworden ist, sieht sie auch die Begegnung mit Cameron, einem Mann, der sie aus der Reserve zu locken versteht und ihr in Witz und Schlagfertigkeit in nichts nachsteht, nicht unbedingt als Wink des Himmels … Spritzig, wunderbar frech und entwaffnend komisch erzählt Linda Yellin vom unerwarteten Liebestaumel einer abgeklärten New Yorkerin, die feststellen muss, dass sie im Grunde ihres Herzens eben auch nur eines will: ein Happy End!



Meine Meinung:
Vorab möchte ich mich bei lovelybooks.de bedanken, dass ich ein Buchexemplar gewonnen habe und bei der Leserunde zum Buch mitmachen konnte. Mir hat das Buch mit leichten Abstrichen ziemlich gut gefallen. Man findet sehr schnell in die Geschichte hinein, da der Streibstil der Autorin ziemlich witzig, manchmal auch etwas zynisch und sarkastisch ist. Jedoch muss ich auch gestehen, dass ich einen kurzen Moment gebraucht habe, um in die Geschichte hineinzufinden, da Molly (die Hauptfigur) anfangs ihre bisherigen Partner und deren Vor- und Nachteile aufzählt, was mich ein wenig durcheinander gebracht hat, weil ich irgendwann nicht mehr wusste. Von wem nun die Rede ist.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht Molly, die nach einer missglückten Ehe nun mit dem Chiropraktiker Russel zusammenlebt und Reportagen aller Art für ein Online Magazin schreibt. Mit Molly ist der Autorin ein ziemlich interessanter und zynischer Charakter gelungen, bei der man sich nie so ganz sicher ist, ob man Mitleid mit ihr haben soll oder sie für ihre etwas mäkelnde Art kritisieren möchte. Ich war während des Lesens ständig in und hergerissen, zumal Molly auf den ersten Blick ziemlich willensstark und selbstbewusst wirkt, bei genauerer Betrachtung, allerdings oftmals von Selbstzweifeln geplagt wird. Sie ist zwar ziemlich kratzbürstig und schlagfertig. Aber man merkt schnell, dass dies für sie eine Art Schutzmechanismus ist.
Mollys Freund Russel kommt in der ganzen Geschichte allerdings nicht sonderlich gut weg. Die ganze Zeit wirkt er ziemlich unscheinbar, pfade und langweilig. Beim Lesen bekommt man das Gefühl, dass er mindestens zwanzig Jahre älter als Molly ist. Irgendwie erscheint es einem merkwürdig, warum Molly mit ihm zusammen ist. Sie ist so locker und spritzig und er wirkt ziemlich verstaubt. Klar er bietet ihr die Sicherheit einer Beziehung. Aber ist das alles?!
Molly bekommt von ihrer Chefin den, wie es scheint für sie unzumutbaren, Auftrag einen großen Artikel über die große Liebe in Zeiten des Internets zu schreiben. Ich musste direkt schmunzeln, ist Molly als gebranntes Kind doch mittlerweile eine große Zynikerin was die Liebe angeht. Zwar hat sie nach ihrer gescheiterten Ehe zwar in Russel einen neuen Lebenspartner gefunden. Allerdings ist in der Beziehung von Romantik keine Spur.
Als Molly dann auf jungen Krimiautoren Cameron Duncan trifft, scheint sie einen ebenwürdigen Gegner getroffen zu haben, der gegen ihre spitze Zunge nicht machtlos ist, sondern ihr mit ruhigen und gelassen Antworten Paroli bietet. Die beiden treffen wie zufällig in den nächsten Wochen immer wieder aufeinander und Mollys Leben wird dadurch ein wenig durcheinander gewirbelt. Dass er allerdings so oft auftaucht und häufiger auch mal in den merkwürdigsten Situation (z.B. auf einer Party vor dem Klo?!) finde ich einerseits sehr interessant und lustig. Andererseits war es mir aber auch fast ein wenig zu viel und zu unglaubwürdig. Wie wahrscheinlich ist es bitte schön, dass Molly in einer Millionenstadt plötzlich immer wieder zufällig auf einen Man trifft, der sie gefühlsmäßig durcheinander bringt.

Insgesamt betrachtet finde ich die Geschichte fast durchgehend spannend und lesenswert, wenngleich ich auch sagen muss, dass die Autorin manchmal ein wenig zu sehr von Situation zu Situation hüpft. Zwischendurch habe ich schon mal kurzzeitig ein wenig den Überblick verloren, fand aber immer wieder schnell in die Handlung zurück. Im letzten Drittel konzentrierte die Autorin sich dann glücklicherweise auf einzelne Situationen und vertieft diese etwas mehr.

Auch wenn das Ende ziemlich hervorsehbar war, habe ich es genossen. Es erinnert auf jeden sehr stark an Nora Ephron Filme alla „E-Mail für dich“ und „Schlaflos in Seattle“. Beim Lesen bekam ich auf jeden Fall direkt Lust mir mal wieder "Schlaflos in Seattle" ansehen zu wollen. *schmacht* ... leider besitze ich den Film nicht und werde ihn mir daher erst kaufen müssen.
Wobei ich auch sagen muss, dass mich das Ende nicht vollends überzeugt hat, da es einen unglaubwürdigen Moment hat (ich möchte hier nicht zu sehr ins Detail gehen, um niemanden den Lesespaß zu vermiesen).
Generell hatte ich zwischendurch ein paar Mal leichte Probleme mit Mollys fehlendem Verständnis für Romantik, allerdings wurde dies von ihrer spritzigen und scharfzüngigen Art wieder gut gemacht.

Da mir das Lesen des Romans aber fast durchgehend viel Spaß bereitet hat und ich auch das ein oder andere Mal laut lachen musste,  bekommt dieser Roman von mir starke 4 (von 5) Punkten.




Donnerstag, 12. Juni 2014

[Rezension] "Der Wunschzettelzauber" von Muriel Zagha

Broschiert: 448 Seiten
Verlag: Manhattan (10. Juni 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442547210
ISBN-13: 978-3442547210
Originaltitel: The Daddy Wish














Klappentext:
Die Engländerin Chloe ist glücklich in ihrem Job in einem kleinen Londoner Feinkostladen, stolze Mutter des aufgeweckten Nicholas – und Witwe. Chloes große Liebe, der Franzose Antoine, starb völlig unerwartet noch vor der Geburt seines Sohnes. Fünf Jahre sind seitdem vergangen und Chloe trauert immer noch. Doch als Nicholas seine Mutter mit dem Wunsch nach einem Vater konfrontiert, bringt er die Dinge in Bewegung. Denn nun stimmen alle ein: Auch Chloes Freundinnen und ihre Mutter meinen, es sei allmählich Zeit für einen neuen Mann an ihrer Seite, Kandidaten gibt es schließlich genug. Aber Chloe ist noch gar nicht bereit für die Liebe – oder vielleicht doch?


Meine Meinung:
Das Buch lag bereits etwas länger auf meinem SUB. Zunächst hatte ich geplant den Roman in der Weihnachtszeit zu lesen, da er zumindest vom Klappentext her, etwas weihnachtlich daher kommt. Allerdings habe ich dann anderen Büchern doch den Vorrang gegeben. Als ich anfing zu lesen, stellte ich ohnehin schnell fest, dass dies nicht unbedingt ein „echter“ Weihnachtsroman ist. Zwar beginnt die Handlung des Romans in der Weihnachtszeit, der Großteil jedoch im Laufe der nächsten Monate. Somit war es auch besser, dass ich ihn nicht als „Weihnachtsroman“ gelesen habe.

Vorweg möchte ich sagen, dass dies generell kein schlechter Roman ist. Allerdings verliert er sich anfangs ziemlich in Nebensächlichkeiten. Chloe, die nun bereits seit fünf Jahren Witwe und alleinerziehende Mutter eines Sohnes ist, hat immer noch mit dem Verlust ihres Mannes zu kämpfen, wobei sie generell mit ihrem Leben klarkommt. In meinen Augen bemitleidet sie sich allerdings etwas zu sehr. Chloe war mir, insbesondere am Anfang des Romans ein wenig zu weinerlich und im späteren Verlauf etwas zu sprunghaft.
Etwa das erste Drittel des Romans nutzt Zagha um die einzelnen Charaktere einzuführen, ohne das eine bedeutungsvolle Handlung erfolgt (von Nicholas Wunsch nach einem Vater mal abgesehen). Meiner Meinung nach führt sie sogar zu viele Charaktere auf einmal ein. Mir fiel es nämlich, sogar teilweise bis fast zum Schluss, schwer einzelne Charaktere zu unterscheiden. Manches musste ich zweimal lesen, um dahinter zu kommen, von welcher Freundin Chloes gerade die Rede ist. Klar ist es wichtig zu erzählen, wie die Freundinnen zusammengefunden haben, allerdings hätte man nicht alle Alltagssituation so detailliert behandeln müssen, wie es die Autorin macht. Dadurch verliert man ein wenig das Interesse.
Etwas irritierend fand ich auch die Tatsache, dass die Autorin einen Mann, der in Chloes Leben tritt mal mit seinem richtigen Namen anspricht und mal mit der Kaffeesorte, die er hauptsächlich trinkt. Dadurch wertet Zagha ihn, wenn auch wahrscheinlich unbewusst, ab. Man bekommt ein etwas negatives Bild von ihm, obwohl er sich nicht so verhält. Generell hatte ich das Gefühl, dass die Autorin nicht besonders wertfrei die Männer betrachtet, die in Chloes Leben treten. Der Jugendfreund von Chloes Mann Antoine erscheint in Chloes Augen immer als Traummann, obwohl er sich für Außenstehende nicht unbedingt so ideal präsentiert, sondern ziemlich ein ziemlich egoistisches Bild abgibt.

Wenn man das erste Drittel allerdings durch hat, dann wird der Roman etwas spannender, das Chloe etwas offener wird. Allerdings hatte ich ganz oft das Gefühl, dass Chloe so manche Situationen durch eine rosarote Brille betrachtet, während sie in der nächsten Situation alles schwarz malt. Irgendwie fehlte mir hier eine richtige Gradlinigkeit. Die letzten beiden Drittel entschädigen dann auch ein wenig für einen lahmen Anfang. Insbesondere das Ende war ziemlich turbulent und spannend. Am Ende heißt es für Chloe sich für einen Mann zu entscheiden und auch das Leben ihrer Freunde wird mächtig durcheinandergewirbelt.
Außerdem geht die Autorin auch ein wenig zu sehr auf die Leben der Nebencharakte, wie Chloes Freunden, ein, ohne dass dies wirklich zur Haupthandlung beiträgt. Klar ist es wichtig, dass auch diesen Figuren Handlungsspielraum gegeben werden muss. Allerdings lenkt dies so manches Mal ein wenig ab und der Spannungsbogen flacht ab. Zagha hätte sich meiner Meinung nach auf einige Nebenfiguren konzentrieren sollen und diese dann etwas mehr Haupthandlung beitragen lassen sollen.

Sprachlich kann ich die Autorin nicht bemängeln. Sie schreibt in einem generell spannenden und leicht zu lesenden Erzählstil, den man verfolgt. Allerdings kann man das Buch aufgrund der vielen Nebensächlichkeiten nicht unbedingt für mehrere Tage aus der Hand legen, da man dann manchmal ein wenig den Faden verliert.


Da ich etwas gebraucht habe, um in die Geschichte hineinzufinden und Chloe mir als Hauptfigur auch häufiger mal nicht so sympathisch war, bekommt der Roman von mir solide 3 (von 5) Punkten.


Freitag, 6. Juni 2014

[Rezension] "Sommer im Herzen" von Mary Kay Andrews

Taschenbuch: 640 Seiten
Verlag: FISCHER Taschenbuch; Auflage: 2 (19. Mai 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3596198410
ISBN-13: 978-3596198412















Klappentext:
Endlich: Nach „Die Sommerfrauen“ und „Sommerprickeln“ der neue Roman von Bestseller-Autorin Mary Kay Andrews.

Ein Mann, vier Frauen und eine Bar direkt am Strand: der perfekte Sommerroman – große Liebe inklusive

Grace Stanton ist eine erfolgreiche Lifestyle-Bloggerin. Als sie jedoch ihren Ehemann dabei erwischt, wie er sie mit ihrer Assistentin betrügt, gehen die Pferde mit ihr durch: Sie fährt seinen teuren, heißgeliebten Sportwagen in den Swimmingpool. Kurze Zeit später passt ihr Haustürschlüssel nicht mehr, ihre Kreditkarten sind gesperrt und auch der Zugang zu ihrem Blog ist gelöscht. Sie reicht die Scheidung ein, doch der Richter verdonnert sie erst einmal zu einer Trennungsbewältigungstherapie. Das hat ihr gerade noch gefehlt! 
Am Anfang denkt Grace noch, dass sie mit den anderen vier Teilnehmern absolut nichts gemeinsam hat. Doch dann verhält sich die Therapeutin so seltsam, dass die fünf beschließen, ihre eigene Gruppensitzung jeden Mittwochabend in der „Sandbox“ abzuhalten. Dabei stellen sie schnell fest, dass sie doch mehr verbindet, als sie dachten. Können sie ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen und zusammen einen neuen Weg ins Leben finden?


Meine Meinung:
Nachdem ich bereits die beiden vorherigen Romane der Autorin "Die Sommerfrauen" und "Sommerprickeln" gelesen habe und diese super fand, konnte ich das Erscheinen dieses neuen Romans natürlich kaum erwarten. Als es dann ankam, musste ich es einfach sofort lesen und wurde beim Lesen definitiv nicht enttäuscht. Mary Kay Andrews ist erneut ein wundervoller Sommerroman mit einer Menge an Gefühl und Esprit gelungen.
Man erlebt beim Lesen eine Vielzahl von Gefühlen: Hass, Liebe, Mitleid, (Schaden-)Freude, und noch vieles mehr. 

Im Mittelpunkt der Geschichte steht die Lifestyle Bloggerin Grace, die ihren Mann dabei erwischt, wie er sie mit ihrer Assistentin betrügt. Wütend schmeißt sie zunächst ihre Assistentin vom Grundstück, fährt dann den Sportwagen ihres Mannes in den Swimmingpool und verlässt ihren Mann. Als sie plötzlich nicht mehr auf ihr eigenen Grundstück kommt und auch ihre Kreditkarten nicht mehr funktionieren, reicht sie die Scheidung ein. Dabei gerät sie jedoch an einen sexistischen Richter, der sich auf die Seite ihres Mannes stellt und sie aufgrund des Vorfalls mit dem Sportwagen zu einer Trennungsbewältigungstherapie verdonnert. Dort trifft sie auf drei weitere Teilnehmer, darunter auch den Parkbesitzer Wyatt, zu dem Grace schnell Gefühle entwickelt. Anfangs denkt sie noch, dass sie mit den anderen Teilnehmern nichts gemeinsam hat, muss jedoch schnell feststellen, dass sie alle ein ähnliches Schicksal teilen.
Als die Grace und die anderen Teilnehmer feststellen müssen, dass ihre Therapeutin ziemlich seltsam ist und ihnen kaum weiterhelfen kann, beschließen sie die Gruppensitzungen in die "Sandbox", der Bar von Grace Mutter, zu verlagern. Gemeinsam resümieren sie ihre bisherigen Leben und stellen fest, dass sie alle das Gleiche verbindet. Während sie zum Einen versuchen zurück ins normale Leben zu finden, versuchen sie das mysteriöse Verhalten ihrer Therapeutin zu ergründen.

Die einzelnen Figuren sind von Andrews gut durchdacht und wirken jede für sich ziemlich lebensnah. Man hat beim Lesen immer direkt ein Bild von der einzelnen Figuren vor sich, auch wenn vielleicht nicht jede das beste Bild abgibt. Gegenüber manchen Figuren entwickelt man sogar wahre Hassgefühle, so dass man ihnen alles schlechte wünscht. 
Die Wandlung, die insbesondere Grace im Laufe des Romans, teilweise auch gezwungenermaßen, durchläuft ist äußerst glaubwürdig. Man merkt, dass sie zwar immer wieder mit sich hadert und auch immer wieder Stolpersteine überwinden muss (die ihr bald Ex-Mann ihr immer wieder in den Weg legt), aber im Grunde nicht aufgeben muss. Die sich langsam anbändelnde Beziehung zwischen Grace und Wyatt wird immer wieder von der inneren Unsicherheit der beiden Figuren torpediert, so dass man sich immer wieder auf Überraschungen gefasst machen muss.

Auch wenn manches auf den ersten Blick ziemlich vorrauszusehen scheint, wird man beim Lesen immer wieder positiv überrascht. Man fiebert regelrecht mit den Charakteren und ihren Schicksalen mit, insbesondere während ihrer Detektivarbeit bezüglich des Aufdeckens des Geheimnisses ihrer Therapeutin und deren Verbindung zum Richter, der sie alle an die gleiche Therapeutin verwiesen wurden. 

Ich für meinen Teil habe es auf jeden Fall genossen diesen Roman gelesen zu haben, da er interessante Charaktere, eine spannende Handlung und eine Prise Sommergefühle mitbringt. Ich habe den Roman von der ersten bis zur letzten Seite verschlungen und konnte den Roman kaum aus der Hand legen, so sehr hat er mich gefesselt. Dieses Buch zeigt einem, dass wenn man denkt, es kann nicht mehr schlimmer kommen, kommt es schlimmer. Wenn man das Buch beendet hat, lächelt man, denn man hat das Gefühl, dass sich alles genauso gut zusammenfügt, wie man sich es vorgestellt hat.
Da ich an diesem Roman so gar nichts auszusetzen habe, bekommt er von mir die volle Punktzahl von 5 (von 5) Punkten.

Wer nun am Buch interessiert ist, hier kommt man zur Leseprobe


Donnerstag, 1. Mai 2014

[Rezension] "Ein letzter Brief von dir" von Juliet Ashton

Taschenbuch: 416 Seiten
Verlag: rororo; Auflage: 8 (1. Februar 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3499228610
ISBN-13: 978-3499228612
Originaltitel: The Valentine's Card














Klappentext:
Jede Geschichte hat zwei Seiten. Und jede Liebe ihr Geheimnis. Als Orla am Valentinstag einen Brief von ihrem Freund erhält, rechnet sie fest mit dem lang ersehnten Heiratsantrag. Doch bevor sie den Umschlag öffnen kann, kommt der schreckliche Anruf: Sim ist in London auf der Straße zusammengebrochen. Er ist tot. Orla steht unter Schock. Wie soll sie weiterleben ohne Sim? Und warum rät ihr sein bester Freund so eindringlich, die Valentinskarte nicht zu öffnen? Orla war doch Sims große Liebe. Und er ihre. Als Orla krank vor Kummer nach London reist, um mehr über Sims letzte Tage zu erfahren, wird ihr klar, wie wenig sie ihren Freund kannte. Und noch bevor sie Sims Valentinskarte öffnet und seine letzten Worte liest, ist sie selbst ein anderer Mensch geworden …





Meine Meinung:
Dies ist ein Roman, dessen Inhalt jeder Leser wahrscheinlich unterschiedlich wahrnimmt. Ich für meinen Tag fand diesen Roman wunderbar, voller Gefühle, jedoch ohne zu kitschig daher zu kommen. 
Wenn man den Klappentext ließt, fühlt man sich sofort an die ersten Cecelia Ahern-Romane erinnert (insbesondere an "P.S. Ich liebe dich"), was das Interesse auf jeden Fall weckt. Wenn man das Buch dann ließt, spürt man auch leichte Parallelen zu P.S. Ich liebe dich, jedoch nehmen diese relativ schnell ab und die Geschichte entwickelt einen eigenständigen Weg.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht die junge Irin Orla, die am Valentinstag von ihrem Freund Sim, der als Schauspieler in London lebt und arbeitet, einen Brief erhält und zeitgleich erfährt, dass er plötzlich auf der Straße zusammengebrochen und gestorben ist. Getrieben von ihrer Trauer reist sie nach London, zunächst weil sie Sims Wohnung ausräumen will, bleibt dann jedoch länger in London, weil sie sich auf die Suche nach Sims Tagebuch machen möchte, welches verschollen zu sein scheint. Orla glaubt felsenfest daran, dass Sim ihr mit dem Brief einen Heiratsantrag machen wollte, traut sich jedoch nicht den Brief zu öffnen, da dies ihre letzte unausgesprochene Verbindung zu ihrem Liebsten ist. Während sie in London und Sims alter Wohnung bleibt, versucht sie Sims bisheriges Leben ohne sie zu ergründen und stößt dabei immer wieder auf Geheimnisse, sowohl positiver, als auch negativer Art. Sim scheint nicht der gewesen zu sein, für den Orla ihn immer gehalten hat. Während sie versucht sich wieder ins "normale" Leben zurückzukämpfen und dabei auch nicht nur neue Freunde kennenlernt, sondern im polnischen Einwanderer Marek auch eine neue Liebe findet, muss sie entscheiden in welche Richtung ihre Zukunft gehen soll und wie sehr sie sich von ihrer Vergangenheit und Sim beeinflussen lassen möchte. 

Dieser Roman kommt mal traurig, dann aber auch wieder turbulent und lustig daher. Man kann beim Lesen alle Gefühle rauslassen und lachen und weinen zugleich. Zwar geht einem Orlas Verlust ziemlich zu Herzen, allerdings kann man stellenweise auch ihre tiefen Gefühle für Sim nicht immer ganz verstehen, da er zwischendurch ziemlich negativ rüberkommt.
Beim Lesen wird man auf jeden Fall immer wieder (positiv) überrascht. Nichts, und insbesondere nicht die einzelnen Figuren, sind so, wie es zunächst erscheint. Man hat schnell das Gefühl, dass jeder mehr oder weniger dunkle Geheimnisse mit sich rumträgt, die nach und nach aufgedeckt werden.

Die Autorin hat sich sehr mit den einzelnen Charakteren auseinandergesetzt. Diese sind bis zu den Nebenfiguren gut durchdacht und tragen alle durch einzigartige Eigenarten und Charakterzüge positiv zum Handlungsgeschehen bei. Klar, man mag vielleicht nicht jede Figur in diesen Roman. Ich für meinen Teil hatte beispielsweise so meine Probleme mit Sims Agent warm zu werden, da mir dieser ziemlich überheblich und Orla gegenüber ziemlich gekünstelt daher kam. Allerdings denke ich, dass der Roman auch von solchen "negativen" Charakteren lebt und dadurch erst richtig lesenswert wird.
Der Roman lebt in meinen Augen von der lebensnahen Art und Weise der einzelnen Figuren. Diese sind so unterschiedlich wie es das Leben selbst ist.

Mir hat der Schreibstil der Autorin ziemlich gut gefallen. Sie schreibt sehr einfach und bildlich zugleich, wodurch man die Geschichte leicht und flüssig lesen kann. Auch wenn man den Roman zwischendurch aus den Händen legt (obwohl man es eigentlich nicht möchte), kann man beim Weiterlesen immer sehr schnell wieder an die vorangegangene Handlung anknüpfen. Wobei ich allerdings auch zugeben muss, dass mir der Inhalt an der ein oder anderen Stelle ein wenig zu sehr in die Länge gezogen wirkte. Der Roman kann mit Sicherheit um etwa 50 Seiten gekürzt werden, ohne dass die Handlung darunter leiden würde.

Ich habe lange überlegt, ob ich diesem Roman die volle Punktzahl geben soll, habe mich dann aber doch entschieden es bei starken 4 von 5 Punkten zu belassen, da die Geschichte mir hier und da doch ein wenig zu sehr in die Länge gezogen war.


Wer nun neugierig geworden ist: Hier geht's zur Leseprobe (Quelle: Rowohlt Bücher)

Freitag, 25. April 2014

[Rezension] "Die andere Seite des Glücks" von Seré Prince Halverson

Taschenbuch: 400 Seiten
Verlag: FISCHER Taschenbuch; Auflage: 1 (25. Juli 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3596193788
ISBN-13: 978-3596193783
Originaltitel: The Underside of Joy














Klappentext:
Wie weit gehen wir, um die zu schützen, die wir lieben?
Ein herzzerreißender, vielschichtig erzählter Roman. Ein Drama das unter die Haut geht. Eine Sommerlektüre, die Sehnsüchte weckt – und am Ende glücklich macht. 

Ella Beene kann sich glücklich schätzen mit ihrem wunderbaren Ehemann, zwei lebhaften Kindern und Schwiegereltern, die sie wie eine eigene Tochter betrachten. Aber als ihr Mann Joe bei einem Unfall ertrinkt, ist ihr Leben mit einem Schlag auf den Kopf gestellt, und das Glück, das ewig dauern sollte, scheint vorbei zu sein. Als Joes schöne Exfrau, die ihn und die gemeinsamen Kinder drei Jahre zuvor verlassen hatte, plötzlich auf der Beerdigung auftaucht, fürchtet Ella das Schlimmste – zu Recht. Sie muss ihre eigene Trauer bewältigen, darum kämpfen, die Kinder zu behalten und sich um das wirtschaftliche Überleben der Familie kümmern. Aber während sie alles daran setzt, alles richtig zu machen und den Prozess um das Sorgerecht zu gewinnen, muss sie auch die Frage beantworten, ob sie die beste Mutter für die Kinder ist.




Meine Meinung:
Ich habe dieses Buch aufgrund der Leseempfehlung auf einem anderen Bücherblog gelesen. Allerdings lag das Buch nun bereits einige Zeit auf meinem Sub. Ich auf jeden Fall froh, dass ich es mir nun vorgeknöpft habe, da es ein wunderbarer Roman ist (insbesondere, da es sich um den Debütroman der Autorin ist).

Im Mittelpunkt der Geschichte steht Elle Beene, deren Mann Joe plötzlich stirbt und ihr zwei Stiefkinder hinterlässt, die sie seit drei Jahren mit großzieht. Auf der Beerdigung taucht plötzlich die leibliche Mutter Faith auf, die ihre Kinder im Alter von 6 Monaten und drei Jahren verlassen hatte. Langsam drängt sie sich wieder in das Leben ihrer Kinder und beantragt dann auch noch das Sorgerecht für die Kinder. Aber Ella ist nicht gewillt, die Kinder, die sie wie ihre Eigenen betrachtet und die im Grunde nur sie als Mutter kennen, kampflos aufzugeben. 
Während sie zum Einen versucht das Sorgerecht für die Kinder zu erhalten, kommen dunkle Geheimnisse ihres Mannes ans Licht. Ella muss erkennen, dass ihr Mann nicht der war, den sie glaubte zu kennen. Irgendwann heißt es dann für sie zu entscheiden, wie viel sie bereit ist selbst zu opfern.

Mit Ella ist der Autorin ein überaus sympathischer Charakter gelungen. Ella ist sehr willensstark und man merkt, dass sie bereit ist für das zu kämpfen, was ihr wichtig ist. Klar hat sie auch ihre schwachen Momente und ist manchmal kurz vorm Verzweifeln, was aber angesichts des Todes ihres Mannes nicht verwunderlich ist. 
Mir gefiel auch, dass Faith zwar auf den ersten Blick nicht besonders gut wegkommt, im Laufe des Romans jedoch in ein besseres Licht gerückt wurde. Zwar wurde ich bis zum Schluss nicht vollkommen mit ihr warm, konnte jedoch ihre Handlungen und Entscheidungen nachvollziehen.
Man spürt auch, dass die anderen Nebenfiguren von der Autorin gut durchdacht wurden. Jeder nimmt eine bestimmte Position ein und sorgt dadurch dass ein vollkommenes Ganzes entsteht. Mit einer Menge Temperament und Gefühle tragen die Nebenfiguren, wie Joes italienische Familie oder Faith ehemals beste Freundin dazu bei, dass die die Geschichte an Glaubwürdigkeit gewinnt.
Einzig die Sprachfähigkeit des dreijährigen Zack muss ich ein wenig bemängeln. Er scheint bereits perfekt zu sprechen und hat anscheinend eher den Wortschatz eines mindestens fünf- bis sechsjährigen Kindes. Da hätte ich mir evtl. den ein oder anderen "Stolperstein" bei Gesprächen mit ihm gewünscht.

Mit sehr viel Einfühlungsvermögen geht die Autorin die Aufarbeitung von Joes Tod und dessen Auswirkungen auf seine Hinterbliebenen, insbesondere von Ella, den Kindern und Joes Familie, ein. Jeder Charakter hat seine eigene Art mit den Geschehnissen umzugehen. Zwar erfolgt bei fast allen Beteiligten ein relativ konstanter "Heilungsprozess". Allerdings erlaubt die Autorin ihren Figuren zwischendurch auch Rückschritte zu machen, um dann gestärkt wieder nach vorne zu blicken.
Außerdem fand ich es sehr interessant, aber auch ziemlich mutig, dass die Autorin die Inhaftierung von Italoamerikanern in Internierungslagern während des zweiten Weltkriegs mit einfließen lässt. Damit äußert sie Kritik an die eigene Vergangenheit ihres Landes, was man bei amerikanischen Autoren heutzutage eher selten erlebt.
Lediglich das Ende ist mir ein wenig zu versöhnlich gestaltet, sorgt jedoch auch nicht zu einer Verminderung des Lesevergnügens.

Insgesamt betrachtet ist dies ein wundervoller Roman voller Gefühl, im Stil von Kristin Hannah. Ich für meinen Teil bin auf jeden Fall gespannt auf weitere Romane von der Autorin.
Daher bekommt der Roman von mir auch 5 von 5 Punkten.


Montag, 21. April 2014

[Rezension] "Liebeserwachen in Virgin River" von Robyn Carr

Format: Kindle Edition
Dateigröße: 620 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 380 Seiten
Verlag: MIRA Taschenbuch; Auflage: 1., Aufl. (10. Oktober 2013)
Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
Sprache: Deutsch
ASIN: B00E9YG836













Klappentext:
Als Hubschrauberpilot in der Army hat Colin Riordan mehr brenzlige Situationen erlebt, als für einen Mann gut ist. Umso mehr genießt er es nun, sich mit seiner Staffelei in die Natur zurückzuziehen und seiner Sehnsucht nach Frieden in seinen Bildern Ausdruck zu verleihen. Manchmal allerdings ist die Einsamkeit, die ihn dabei umgibt, unerträglich. Er hat es aufgegeben, an die Liebe zu glauben. Bis er auf die zurückhaltende Jill trifft. Unter ihren Händen gedeihen die seltensten Blumen und Pflanzen, und auch sein Herz blüht in ihrer Nähe auf. Aber sieht sie in ihm einen Mann, den sie lieben kann, oder nur eine verwundete Seele, die der Heilung bedarf?



Meine Meinung:
Bei diesem Roman handelt es sich um den 14. Teil der Virgin River-Reihe, auf den ich bereits gespannt war. Beim Lesen wurde ich dann auch nicht wirklich enttäuscht. Robyn Carr ist erneut eine schöne Fortsetzung gelungen, die ich gerne gelesen habe.

Im Mittelpunkt dieser Geschichte stehen Colin Riordan, der nach einem schrecklichen Helikopterabsturz (wurde bereits im vorherigen Band abgehandelt) seine Wunden leckt und bei seinem Bruder Luke in Virgin River zur Ruhe kommen will, und Jillian Matlock, die aufgrund einer Verleumdung eines Kollegen (und gleichzeitig auch ehemaligen Liebhabers) in den unbefristeten Urlaub geschickt wurde und nun in Virgin River (dem Ort, in den sie sich bereits im vorherigen Band während eines Urlaubs mit ihrer Schwester und Freundinnen verliebt hatte) Abstand gewinnen möchte.
Beide finden außer einander auch Dinge, die sie nie gedacht hatten zu vermissen: Colin beginnt zu malen und findet darin seinen Frieden … auch wenn er dies nicht so recht wahrhaben möchte, da er Fliegen immer für seine wahre Berufung hält. Jillian erinnert das Haus, welches sie gemietet hat, und dessen Garten an den das ihrer Großmutter bei der sie und ihre Schwester aufwuchsen. Während sie beginnt dem Garten neuen Leben einzuhauchen, erkennt sie, wie sehr sie den Obst und Gemüseanbau ihrer Großmutter vermisst hat. Jillian beginnt ihr bisheriges Leben zu überdenken und muss herausfinden, wie ihre Zukunft aussehen soll.
Beide finden sich zwar, wollen sich aber nicht eingestehen, dass es wahre Liebe ist und nicht nur ein Sommerflirt, wie sie sich gegenseitig immer einreden. Es kommt wie es kommen muss: Die beide geraten an den Punkt an, dem es heißt: Was empfinden sie wirklich füreinander?

Nachdem im vorherigen Teil zu viele neue Charaktere auf den Spielplan geworfen wurden, die nur wenig zum Gesamtgeschehen beitrugen, hielt sich dieser Band etwas zurück, was ich angenehm fand. Dadurch konnte man sich viel besser aufs Geschehen konzentrieren.
Allerdings muss ich auch eingestehen, dass mir dieser Roman bzw. dessen Charaktere nicht vollkommen gefiel. Insbesondere Colin kam mir oftmals etwas zu arrogant daher und sein Verhalten seinem Bruder Luke gegenüber war in meinen Augen ein paar Mal ziemlich rücksichtslos und undankbar (wobei Luke ihn auch nicht immer mit Samthandschuhen angefasst hat).
Nichtsdestotrotz ist dieser Roman eine würdige Fortsetzung der Reihe und lässt einen alleine schon aufgrund der detailgenauen Beschreibungen tief ins Geschehen eintauchen. Ich konnte mir Jills Garten auf jeden Fall vor meinem geistigen Auge genau vorstellen und er erinnerte mich an den Garten meiner Oma, was Erinnerungen weckte.
Dieser Romane kann, wie auch schon viele Romane der Serie zuvor, auch als separater Roman gelesen werden. Auch wenn man keine Ahnung von der vorherigen Ereignissen hat, kommt man leicht ins Geschehen rein, da die wichtigen bisherigen Ereignisse, die für die Gesamthandlung von Bedeutung sind, immer in wenigen Sätzen zwischendurch aufgearbeitet werden.

Da mir jedoch insbesondere Colins und Lukes Verhalten einander gegenüber manchmal etwas unverständlich war, muss ich leider einen leichten Punktabzug vermerken. Daher bekommt dieser Roman von mir schwache 5 von 5 Punkten.

Sonntag, 16. März 2014

[Rezension] "All unsere Träume" von Julie Cohen

Taschenbuch: 464 Seiten
Verlag: Diana Verlag (10. Februar 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3453357590
ISBN-13: 978-3453357594
Originaltitel: Dear Thing














Klappentext:
Was wir aus Liebe tun

Claire und Ben lieben sich, doch eines fehlt zu ihrem Glück: ein Kind. Sie wollen den Traum von einer eigenen Familie schon aufgeben, da hat Bens beste Freundin Romily eine verrückte Idee. Gemeinsam schmieden sie einen folgenschweren Plan, der alles auf den Kopf stellt und lang verborgene Gefühle zutage fördert. Noch ahnen Romily und Claire nicht, dass sie bald die wichtigsten Entscheidungen ihres Lebens treffen müssen …



Meine Meinung:
Ich habe vor einer Weile bereits "In den Augen meiner Schwester" von Julie Cohen gelesen und fand den Roman gut. Als ich von der Erscheinung dieses Romans hörte, wollte ich ihn auch unbedingt lesen, wobei alleine schon der Klappentext dafür sorgt, dass man neugierig auf den Inhalt wird.
Als ich dann anfing zu lesen, habe ich doch einen kurzen Moment gebraucht, um in die Geschichte hineinzufinden, was nicht unbedingt an unsympathischen Charakteren liegt, sondern viel mehr daran, dass man sich sofort zu Beginn in die Charaktere hineinversetzen möchte, aber deren Handlungsweisen nicht immer sofort nachvollziehen kann. Dies legt sich aber sehr schnell, so dass es ein Vergnügen ist diesen Roman zu lesen.

Dieser Roman ist im Grunde eine Art Dreiecksgeschichte rund um Claire, Ben und Romily. Claire und Ben versuchen bereits seit Jahren vergeblich ein Kind zu bekommen. Selbst zu künstlicher Befruchtung haben sie schon gegriffen. Leider verliert Claire das Kind immer sehr schnell. An einem Kneipenabend schlägt Romily, die bereits seit ewigen Zeiten mit Ben befreundet ist, diesem vor das Kind für sie zu bekommen. Romily hat bereits eine siebenjährige Tochter namens Posie, die sie alleine aufzieht. Was Romily Ben verschweigt, ist die Tatsache, dass sie bereits seit ihrer Collegezeit in Ben verliebt ist.
Während Romily nun das Kind austrägt durchlebt sie eine Welle von Gefühlen, da sie sich nach einer Weile selbst nicht mehr den ehrlichen Beweggründen klar ist. Sie liebt Ben so sehr, aber ist sie auch bereit sein Kind aufzugeben und es einer anderen Frau zu übergeben? Gleichzeitig hat sie mit ihrem Leben als alleinerziehende Mutter zu kämpfen, da sie sich manchmal überfordert fühlt und sich nicht für eine gute Mutter hält. Richtig kompliziert wird es für sie als der Vater ihrer Tochter, dem sie nie etwas von dem Kind gesagt hatte, wieder auf der Bildschirmfläche erscheint.
Claire, die immer bereits als perfekte "Mutter" aufgetreten ist, indem sie sich so rührend um Posie kümmert, als wäre sie ihre eigene Tochter. Sie scheint alles in ihrem Leben zu haben außer dem, was sie sich am meisten wünscht: ein eigenes Kind. Sie überhäuft Romily während der Schwangerschaft mit guten Ratschlägen und versucht so viel wie möglich an der Schwangerschaft teilzuhaben. Dabei weiß sie nichts von deren wahren Beweggründen das Kind zu bekommen. 
Am Ende stehen für alle Beteiligte wichtige Entscheidungen an, die ihr Leben in neue Bahnen lenken können. Sie müssen sich alle ihren wahren Gefühlen stellen und feststellen, dass ihr Leben nicht das ist, was sie sich immer vorgestellt haben.

Julie Cohen ist ein wundervoller Roman, rund um das Thema "Leihmutterschaft" gelungen. Sie geht dabei sehr einfühlsam auf die einzelnen Charaktere ein. Mir gefiel es, dass die Personen sich im Laufe des Romans eine Entwicklung durchgehen, die sich sich wahrscheinlich selbst nicht vorgestellt hätten. Die einzelnen Charaktere wirken gut durchdacht und haben alle ihre Ecken und Kanten. Selbst Claire, die auf den ersten Blick nach außen perfekt erscheint, hat ihre Fehler. Einzig Romilys Tochter Posie war mir ein wenig zu erwachsen. Sie ist erst sieben Jahre alt, gibt aber ständig altkluge Antworten und weist ein Wissen auf, die kein siebenjähriges Kind haben kann. Wenn ich nicht wüsste, wie alt sie wäre, würde ich schätzen, dass sie mindestens zehn bis elf Jahre alt wäre. Erst zum Ende des Romans wird ihr Handeln und ihre Wortwahl etwas alters-entsprechender.

Insgesamt betrachtet ist der Autorin ein toller Roman gelungen, der Spaß macht zu lesen. Man kommt ins Grübeln und leidet teilweise mit den Protagonisten mit, muss aber auch an der ein oder anderen Stelle schmunzeln. Der Roman kommt, wie ich finde, zwar auf relativ leisen Sohlen daher, sorgt aber durch einen kontinuierlichen Spannungsbogen dafür, dass man nie das Interesse am Roman verliert.
Insbesondere das Ende, wo es ziemlich kracht, hat mir sehr gut gefallen. Ich fand es gut, dass alle aufgestauten Gefühle irgendwann ausbrechen, so dass die Figuren sich entscheiden müssen, was sie von ihrem Leben wollen.
Der Roman bekommt von mir nur einen leichten Abzug dafür, dass sich Posie in meinen Augen "zu alt" für ihr Alter verhält. Daher erhält er von mir 4 (von 5) Punkten.