Posts mit dem Label Vergangenheit werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Vergangenheit werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 30. Juni 2014

[Rezension] „Du und ich und all die Jahre“ von Amy Silver

Taschenbuch: 368 Seiten
Verlag: rororo; Auflage: 10 (2. Januar 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3499259893
ISBN-13: 978-3499259890
Originaltitel: One Minute to Midnight















Klappentext:
Ein Jahr geht zu Ende. Ein neues Leben beginnt. Seit sie dreizehn war, feierte Nicole Silvester mit ihrem besten Freund Julian. Jahr für Jahr erzählten sie sich ihre Vorsätze und geheimen Wünsche, sie waren der Mittelpunkt jeder Party und immer für einander da. Bis zu jener schicksalshaften Neujahrsnacht … Seitdem ist Nicoles Leben völlig aus den Fugen geraten: Beruflich steckt sie in einer Sackgasse, ihre Ehe mit Dom kriselt gewaltig und dann taucht Aidan auf, der Mann, der ihr einst das Herz brach. Nicole beschließt: Im neuen Jahr wird sie ihr Leben endlich wieder in die Hand nehmen. Doch wie soll sie das schaffen, wo Julian nicht mehr da ist, um ihr beizustehen?


Meine Meinung:
Nach „All I want for Christmas“ ist dies nun der zweite Roman der Autorin, den ich gelesen habe. Und wie bereits den anderen Roman, finde ich auch diesen wieder sehr gelungen. Silver schreibt auf sehr interessante und einfühlsame Weise, so dass man in die Geschichte versinken kann und möchte.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht Nicole, die seit ihrem dreizehnten Lebensjahr immer Silvester mit ihrem besten Freund Julian gefeiert hat. Jedes Jahr erzählen sie sich ihre Wünsche und Vorsätze fürs neue Jahr und sind immer füreinander da. Doch seit zwei Jahren ist alles anders. Julian ist nicht mehr da. Dieses Jahr steht Silvester wieder kurz vor der Tür und Nicole plant mit ihrem Mann Dom zu Karls (Julians Freund) Silvesterparty nach New York zu reisen. Während die Party immer näher rückt, erinnert Nicole sich an vergangene Silvester, bei denen auch Aidan, Julians Cousin, eine große Rolle spielte, war er doch ihre große Liebe. Nicole ist schon seit langem unzufrieden mit ihrem Leben, weiß jedoch nicht so recht, wie sie daran etwas ändern soll. Es scheint, als wäre ihr Leben bereits seit langer Zeit dabei auseinanderzufallen.

Dieser Roman ist eine gefühlvolle Geschichte über das Leben, die Liebe und die schicksalshaften Entscheidungen, die man im Leben treffen und denen man sich stellen muss. Amy Silver kehrt von der Gegenwart immer in Nicoles Vergangenheit zurück. Durch die Rückblicke erkennt man schnell, warum Nicole die ist, die sie ist, wodurch die ganze Handlung mehr Glaubwürdigkeit bekommt. Nach und nach ergibt sich ein vollkommendes Bild.
Der Roman kommt ohne viel Gefühlsduselei daher, vermittelt aber dennoch eine Menge Herzschmerz, Liebe und eine Menge Gefühle. Ich habe immer wieder total mit Nicole mitgelitten und fand Julian sofort total sympathisch. Ich möchte allerdings auch gestehen, dass mir weder Aidan, noch Dom passend für Nicole waren, da sie beide meiner Meinung nach ein wenig zu egoistisch sind und beide Probleme sich unterzuordnen.

Ich für meinen Teil habe es genossen diesen Roman gelesen zu haben, da er einem auch ein wenig dazu animiert über seine eigenen Lebensentscheidungen nachzudenken. Dieser Roman ist mehr, als ein reiner Frauenroman. Mit einfachen, nicht immer ganz leisen Tönen, kommt er daher und zieht einen sofort in den Bann. Auch wenn dieser Roman hauptsächlich in der Weihnachtszeit bzw. um Silvester rum spielt, kann man ihn auch problemlos zu einer anderen Jahreszeit lesen. Er eignet sich perfekt für ein Wochenende auf der Couch.

Da mir der Roman mit leichten Abstrichen ziemlich gefallen hat, bekommt er von mir 4 (von 5) Punkten.

Wer nun Lust auf mehr bekommen hat, hier gibt's eine Leseprobe

Freitag, 13. Juni 2014

[Rezension] "So sollst du schweigen" von Clara Salaman

Taschenbuch: 368 Seiten
Verlag: Piper Taschenbuch; Auflage: 4 (1. Oktober 2010)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3492259243
ISBN-13: 978-3492259248
Originaltitel: Shame On You














Klappentext:
Caroline Stern führt ein ganz normales Leben – so scheint es. Mit Freund Joe und Hund lebt sie in London, eine attraktive Mittdreißigerin und erfolgreiche Therapeutin. Was niemand weiß, auch Joe nicht, liegt vergraben und verdrängt in der Vergangenheit. Doch eines Tages bricht sich die Wahrheit Bahn, als Caroline zufällig einer Freundin aus Kindertagen begegnet. Ob sie will oder nicht, sie muss sich ihren Erinnerungen stellen. Erinnerungen an ein Ereignis vor zwanzig Jahren, das ihr gesamtes weiteres Leben auf dramatische Weise veränderte …


Meine Meinung:
Ich bin in der Bücherei eher zufällig auf diesen Roman gestoßen, da mich das Cover und auch der Klappentext sehr an Jodi Picoult erinnerten. Die Ernüchterung erfolgt dann allerdings zum Lesen, da die Autorin ansonsten nichts mit Picoult gemeinsam hat und auch bei weitem nicht an deren Romane rankommt. Irgendwie kam beim Lesen keine echte Spannung auf, so dass ich zwischendurch mehr als einmal kurz davor war den Roman abzubrechen.

Salaman erzählt in diesem Roman die Geschichte von Caroline Stern bzw. Lorrie Fisher, die im Alter von 13 Jahren aufgrund von schlimmen Erlebnissen und einer schicksalshaften Tat aus einer Sekte flieht und nun unter neuem Namen verheiratet ist und als Familientherapeutin lebt und arbeitet. Als Lorrie Fisher eher zufällig eine alte Freundin aus der Sekte wiedertrifft, wird sie an ihre (dunkle) Vergangenheit erinnert und muss sich entscheiden, ob sie ein langgehegtes Geheimnis lüftet. Nach und nach arbeitet Salaman Carolines Erlebnisse in der Sekte auf und deckt dadurch nach und nach die Geschehnisse auf, die zu ihrer Flucht geführt haben. Gleichzeitig stellt sich Lorrie bzw. Caroline ihren alten Freunden und tritt wieder mit ihnen in Kontakt.
Von der Thematik her ist dies somit keine schlechte Geschichte. Allerdings schöpft Salaman nicht alle Möglichkeiten auf. Sie beleuchtet alles nur aus Carolines Sicht, der Sicht eines 13jährigen Kindes. Selbst als sie die erwachsene Caroline die Erlebnisse berichten lässt, hat man nicht das Gefühl, dass hier eine Erwachsene spricht. Die „alten“ Freunde treten zwar wieder in Carolines Leben, allerdings scheint Caroline kein Problem damit zu haben, dass diese größtenteils immer noch der Sekte angehören und auch glücklich damit sind. Hier hätte ich mir ein wenig mehr „Entfremdung“ zwischen den Freunden gewünscht. Außerdem offenbart sie nicht mal ihre Erlebnisse an der Schule der Sekte, als Eltern, die sich mit ihrer Tochter bei ihr in Therapie befinden, erwähnen, dass sie ihre Tochter an genau diese Schule schicken wollen. Allerdings geschieht die Kritik an die Sekte im Grunde immer nur in den Rückblicken der 13jährigen Caroline. Dadurch verliert die ganze Geschichte deutlich an Authenzität und mindert das Lesevergnügen.

Meiner Meinung nach wirkt die ganze Geschichte einfach zu sehr gewollt konstruiert und vorhersehbar. Man ahnt sehr schnell, was zu Carolines Flucht geführt hat. Der Sprung von Carolines Flucht zum Leben als Familientherapeutin namens Lorrie wirkt total unglaubwürdig. Sie klaut eine Tasche, in dem sich ein Reisepass mit dem Namen Lorrie befindet, lebt fortan unter neuem Namen und kehrt als Erwachsene sogar in die Nähe der Sekte zurück?! Das ist mir doch ein wenig zu viel des Guten.
Außerdem ist mir Lorrie/Caroline einfach zu neurotisch und problembehaftet, als das ich sie mir als Familientherapeutin vorstellen kann. Zwar wird erwähnt, warum sie sich für genau so ein Leben entschieden hat. Aber für mich sind diese Gründe nicht besonders glaubwürdig.

Salaman hätte aus der ganzen Geschichte viel mehr rausholen können, wenn sie auch die erwachsene Caroline einen etwas differenzierteren Blick auf die Geschehnisse wagen lassen würde. Aber leider handelt sie das Ganze auf weniger als 400 Seiten ab. Ich denke, dass dieser Roman noch gut 150-200 Seiten gebrauchen kann, damit man ihm mehr Tiefe und die Geschehnisse aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten kann. Aber leider wird hier nur schwarz oder weiß gemalt, was ziemlich lebensfern ist.


Da ich mich manchmal echt abmühen musste weiterzulesen und die Handlung nicht wirklich genossen habe, bekommt dieser Roman von mir leider nur 2 (von 5) Punkten.


Mittwoch, 11. Juni 2014

[Rezension] "28 Tage lang" von David Safier

Gebundene Ausgabe: 416 Seiten
Verlag: Kindler; Auflage: 2 (14. März 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3463406403
ISBN-13: 978-3463406404















Klappentext:
Der neue Roman des Bestsellerautors David Safier - eine spannende und emotionale Geschichte über den Widerstand im Warschauer Ghetto Warschau 1943: Die sechzehnjährige Mira schmuggelt Lebensmittel, um im Warschauer Ghetto zu überleben. Als sie erfährt, dass die gesamte Ghettobevölkerung umgebracht werden soll, schließt sich Mira dem Widerstand an. Der kann der übermächtigen SS länger trotzen als vermutet. Viel länger. Ganze 28 Tage. . 28 Tage, in denen Mira Momente von Verrat, Leid und Glück erlebt. 28 Tage, in denen sie sich entscheiden muss, wem ihr Herz gehört. 28 Tage, um ein ganzes Leben zu leben. 28 Tage, um eine Legende zu werden.




Meine Meinung:
Ich bin in der Bücherei auf diesen Roman aufmerksam geworden, hauptsächlich wegen des Covers und anschließend wegen des Klappentexts, da dieser interessant klingt. Im Nachhinein ist mir natürlich auch der Autor geläufig, allerdings habe ich bislang keines seiner Bücher gelesen. Als ich dann anfing zu lesen, war ich anfangs etwas ernüchtert, da ich ein wenig gebraucht habe, um in die Geschichte hineinzufinden. Der Inhalt geht einem zwar direkt nahe, allerdings kommt anfangs nicht so recht die richtige Stimmung rüber. Erst ab etwa der zweiten Hälfte des Romans wird es fesselnder. Vom richtigen Widerstand ist der Autor anfangs ziemlich entfernt. Er geht zunächst zu sehr auf Miras Leben als Schmugglerin ein. Klar, es notwendig anfangs ein wenig Raum zum Einführen der Charaktere zu schaffen. Aber Safier lässt sich dafür einfach zu viel Zeit, zumal einige der Charaktere nicht mal bis zur Hälfte überleben. In meinen Augen hätte er sich etwas früher dem Widerstand widmen sollen, statt die Vorgeschehnisse zu erläutern.

Mit Mila hat Safier eine Hauptfigur gewählt, die man nicht auf den ersten Blick als heroischen Charakter identifiziert werden kann. Ich für meinen Teil hatte anfangs ein wenig Probleme mich so richtig in sie hineinzuversetzen, da sie meiner Meinung zunächst ziemlich sprunghaft agiert. Glücklicherweise verändert sich ihr Verhalten im Laufe des Romans ein wenig, so dass sie etwas liebenswerter erscheint.
Generell schafft es Safier die Figuren lebensnah und real erscheinen zu lassen, auch wenn es sich um fiktive Charaktere handelt. Er verpasst seinen Figuren den Wahnsinn der damaligen Zeit. Nicht alle Figuren liebt man beim Lesen, aber man kann ihr Handeln nachvollziehen.
Außerdem verleiht Safier der ganzen Geschichte mehr Glaubwürdigkeit, indem er reale Figuren des Warschauer Ghettos, wie zum Beispiel Janusz Korczak, dem Leiter eines Kinderheims, der mit seinen Kindern in den Tod ging, mit einbringt. Allerdings muss ich gestehen, dass er hier sogar noch etwas mehr hätte eingehen können, da Daniel, Miras erste und große Liebe in diesem Waisenhaus aufwächst.

Dieser Roman ist viel mehr, als die reine Wiedergabe der 28 Tage des Widerstands. Der Roman erzählt vom Mut der Juden ihrem Schicksal mit allen Mitteln und sehr viel Erfindungsgeist zu trotzen. Für Mira bedeuten diese 28 Tage Widerstand auch sich zwischen zwei Männern (bzw. Jungen) zu entscheiden: Amos, den sie beim Widerstand (bzw. kurz davor) kennenlernt und Daniel, ihrer ersten Liebe.
Der Titel gibt den Inhalt etwas unzureichend wieder, da der Roman sich nicht nur auf die 28 Tage Widerstand konzentriert, sondern erst ab etwa der Mitte damit so richtig anfängt. Allerdings würde ich dies auch nicht unbedingt nachteilig beurteilen, da Safier auch bereits am Anfang, dass unterschiedliche Verhalten der Ghettobewohner auf die Geschehnisse der Zeit wiedergibt.

Der Roman ist auch definitiv anders, als alle bisherigen von Safiers bisherigen Romane. Er kommt nicht mit viel Heiterkeit, sondern eine Menge an Tragik und Dramatik daher. In meinen Augen gibt er die damaligen Geschehnisse auch relativ wahrheitsgetreu wieder (insofern ich es beurteilen kann) und man spürt, dass dem Autor das Thema am Herzen liegt. Er (ver-)urteilt auch nicht die polnische Bevölkerung, sondern zeigt auch auf, dass sie teilweise selbst Angst vor den Reaktionen der Nazis hatten. Allerdings hatte ich auch wenig das Gefühl, dass er die Nazis nicht zu sehr verteufeln wollte, da er die Nazis zwar Schreckliches tun lässt, aber häufig mit Hilfe von Juden, die auf ihre eigene Sicherheit bedacht sind.
Allerdings muss ich gestehen, dass ich bereits bessere Romane zum Thema „Widerstand im Warschauer Ghetto“ gelesen habe, z.B. „Jakobs Mantel“ von Eva Weaver. Wer also an einer fiktiven Geschichte rund um die Geschehnisse im Warschauer Ghetto interessiert ist, dem würde ich eher Weavers Roman empfehlen.

Insgesamt betrachtet kann ich diesem Roman leider nicht mehr als 3 (von 5) Punkten geben, mit Tendenz zu 4 Punkten. Der Anfang war mir einfach nicht interessant genug und Safier kommt etwas zu spät zur Haupthandlung und handelt diese dann meiner Meinung nach zu schnell ab.



Donnerstag, 20. März 2014

[Rezension] "Sieben Jahre später" von Guillaume Musso

Broschiert: 416 Seiten
Verlag: Pendo; Auflage: 4 (13. August 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3866123175
ISBN-13: 978-3866123175
Originaltitel: 7 ans après














Klappentext:
Nikki und Sebastian sind geschieden – und glücklich darüber. Doch als ihr Sohn Jeremy spurlos verschwindet, müssen sie sich zusammen auf die Suche nach ihm machen. Auf ihrer atemlosen Verfolgungsjagd stellen sie sich den schwierigsten Herausforderungen: rätselhaften Botschaften, skrupellosen Gegnern – und ihren eigenen Gefühlen. Die extrovertierte Nikki und der zurückhaltende Sebastian waren von Anfang an ein ungleiches Paar. Dennoch verliebten sie sich, heirateten und wurden Eltern der Zwillinge Camille und Jeremy. Doch die Harmonie war nicht von langer Dauer. Als es zur schmerzlichen Scheidung kam, übernahm Sebastian das Sorgerecht für Camille, Nikki das für Jeremy. Fortan lebte jeder sein Leben, weit voneinander entfernt. Bis eines Tages Jeremy auf mysteriöse Weise verschwindet. Ist er weggelaufen? Wurde er entführt? Um Jeremy zu finden, bleibt Nikki nichts anderes übrig, als Kontakt zu Sebastian aufzunehmen, den sie seit sieben Jahren nicht gesehen hat. In der Sorge um ihr gemeinsames Kind vereint, begeben sich die beiden auf die gefährliche Suche – auf der plötzlich nichts mehr ist, wie es vorher war …


Meine Meinung:
Dies ist nun bereits der dritte Roman des Autors und ich kann sagen, dass dieser mir bislang am besten gefallen hat. Musso ist ein wunderbarer Roman voller Spannung und Gefühl gelungen. Diesen Roman wirklich zu definieren ist schwierig, da er unterschiedliche Genre vereint: Thriller, Liebes- & Familienroman.
Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen, so sehr hat er mich gefesselt.

Im Mittelpunkt der Geschichte stehen Nikki und Sebastian, die seit Jahren geschieden sind und dabei jeweils eins ihrer Kinder (die Zwillinge Camille und Jeremy) großzieht. Die beiden sind im Grunde grundverschieden. Während Sebastian ziemlich zurückhaltend, kultiviert und ordnungsliebend ist, ist Nikki wild, chaotisch und extrovertiert, so dass man sich am Anfang fragt, wie die Beiden überhaupt zusammenkommen konnten.
Als Jeremy plötzlich auf mysteriöse Weise verschwindet, machen Nikki und Jeremy sich gemeinsam auf die Suche, zunächst in New York und dann quer durch Paris, gejagt von Gangstern und der Polizei. Dabei werden sie in einen Strudel aus Geheimnissen und Kriminalität gezogen. Sie wissen nicht wem sie trauen sollen, zumal ihnen geheimnisvolle Nachrichten zukommen, die dazu führen, dass sie an alte Orte ihrer Vergangenheit zurückkehren.
Während die Beiden auf der Suche sind, wird immer wieder Bezug auf ihre gemeinsame Vergangenheit genommen, so dass man nach und nach erfährt, was die beiden wirklich verbindet.

Während des Lesens wird man immer wieder positiv überrascht, da nicht so ist, wie es auf den ersten Blick erscheint. Nichts ist vorhersehbar. Die Geschichte nimmt immer wieder neue Wendungen, wodurch der Spannungsbogen immer hoch gehalten wird.
Man wartet die ganze Zeit auf die Auflösung von Jeremys geheimnisvollen Verschwinden und fragt sich, was ihm geschehen ist. 

Musso ist vor allem ein überraschendes Ende gelungen, mit dem ich nicht gerechnet hatte. Er lässt die Charaktere während der Geschichte über sich selbst hinauswachsen und ihre eigenen Charakterzüge zu überdenken. Insbesondere Sebastian denkt am Ende über sein bisheriges Leben nach.
Die Figuren wirken dabei so echt, dass es leicht fällt ihre Handlungsweisen nachvollziehen zu können. Auch wenn man sich wahrscheinlich nicht mit jedem Charakter so ganz identifizieren kann, versteht man immer warum die Personen so agieren, wie sie agieren.
Außerdem schafft es Musso ein sehr detailgetreues Umfeld zu erschaffen, welches man sich auch ohne große Beschreibungen vorstellen kann. Obwohl ich beispielsweise noch nie in Paris war, hatte ich den Ort während des Lesens bildlich vor Augen und bekam ein Gefühl für die französische Lebensart.

Da ich den Roman kaum aus der Hand legen konnte und er einen überzeugenden Handlungsverlauf hat, bekommt der Roman von mir verdiente 5 (von 5) Punkten.


Samstag, 8. März 2014

[Rezension] "Eines Tages vielleicht" von Laura Moriarty

Taschenbuch: 368 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe; Auflage: 1. (24. Juli 2010)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 340416475X
ISBN-13: 978-3404164752
Originaltitel: The Rest of Her Life














Klappentext:
Was fühlt eine Mutter, deren Tochter das Leben eines anderen Menschen auf dem Gewissen hat? Was fühlt eine Tochter, die weiß, dass sie einen Fehler nie wieder wird gutmachen können? Mit feinem Gespür für die emotionalen Konflikte ihrer Figuren erzählt Laura Moriarty, wie ein Schicksalsschlag eine Familie in ihren Grundfesten erschüttert und plötzlich alte Wunden aufreißt, die lange Zeit unter der Oberfläche des scheinbar perfekten Familienglücks verborgen waren. Eine wunderbar einfühlsame Geschichte über Mütter und Töchter und über das Wiederfinden der Hoffnung.




Meine Meinung:
Einen Moment passt Kara nicht auf und es passiert: An einem Fußgängerüberweg überfährt sie eine Schülerin, die an den Folgen des Unfalls stirbt. Dieser Moment zerstört nicht nur ihr Leben, sondern auch das Leben ihrer Familie. In Folge des Unfalls kommt es zu einer Menge Konflikten, Auseinandersetzungen und Schuldgefühlen.

Als ich den Klappentext gelesen habe, hatte ich bereits eine gewissen Vorstellung über den Roman, die jedoch beim Lesen dann doch  nicht bestätigt wurde. Ich bin davon ausgegangen, dass der Roman die Geschehnisse aus Sicht der Mutter UND aus Sicht der Tochter (die ja den Unfall verursacht hat) wiedergibt und aufarbeitet. Allerdings wird das Ganze im Grunde nur aus Sicht von Leigh, Karas Mutter, erzählt.
Zwar geht es in diesem Roman um den Unfall, allerdings erhält Leighs (Kindheits-) Vergangenheit einen sehr großen Spielraum. Immer wieder kehrt die Autorin in Leighs Kindheit und Jugend zurück und erzählt so, warum sie die Person ist, die sie in der Gegenwart ist. Die Autorin versteift sich zu sehr auf Leigh und lässt die Geschehnisse ein wenig in den Hintergrund rücken. 
Ich konnte mit Leigh persönlich nie so recht warm werden, da sie in meinen Augen ziemlich egozentrisch und kalt ist. Mir fehlte bei ihr definitiv einiges an Herzenswärme, um mit ihr mitzufiebern. Obwohl ihre ganze Familie an den Geschehnissen zu Leiden hat (insbesondere Kara), gibt Leigh sich zu oft als alleiniges Opfer. Leigh wird als Person dargestellt, die nie ein besonders intimes Verhältnis zu ihren Kindern hatte. Es geht die meiste Zeit darum, was sie in ihrem Leben falsch gemacht hat, dass sie jetzt so "leiden" muss. 

Ich muss gestehen, dass ich zwischendurch ein paar Mal kurz davor war den Roman abzubrechen, da ich nicht so recht mit den einzelnen Charakteren (insbesondere Leigh) mitfühlen konnte. Ich hätte mir mehr gewünscht, das Kara, die den Unfall ja auch verursacht hat, zu Wort kommt und eine richtige aktive Auseinandersetzung ihrerseits mit den Geschehnissen stattfindet. Allerdings geschieht dies nur selten und wenn, dann erhält man keinen echten Einblick in ihr Seelenheil. 
Im letzten Drittel wird der Roman dann doch zum Glück ein wenig besser. Die Autorin beginnt auch mehr auf die Auswirkungen auf die anderen Familienmitglieder (und des Umfelds) einzugehen. 

Vieles bleibt im Roman und zwischen Kara und Leigh unausgesprochen. Erst zum Ende des Romans findet ansatzweise eine Auseinandersetzung und eine Annäherung zwischen den beiden statt.
Vom Ansatz her ist dies kein schlechter Roman und er hat auch durchaus Potential. Allerdings versteift die Autorin sich zu sehr auf eine Person, die dann auch noch nicht besonders sympathisch rüberkommt.

Das Buch berührt einen generell schon ziemlich. Es zeigt einem, dass das Leben was man kannte, schnell vorbei sein kann. Ein kurzer Moment und man blickt auf einen Scherbenhaufen. Man kommt ins Nachdenken, wie man selbst mit der Sache umgehen würde. 
Mich hat die Geschichte alleine schon aus dem Grund gereizt zu lesen, da mir vor einigen Jahren auch mal ein Unfall passiert ist, bei dem eine Person verletzt (aber zum Glück nicht allzu sehr). Daher weiß ich aus eigener Erfahrung, was ein kurzer Moment Unachtsamkeit ausmachen kann. Daher hatte ich auch eine gewisse Erwartung an den Roman, die allerdings ein wenig enttäuscht wurden. Der Urlaub kommt zwar immer wieder zur Sprache, allerdings zu sehr aus Sicht der falschen Person.

Ich möchte diesen Roman nicht generell verteufeln. Von der Thematik her und dem Versuch der Autorin, das Gefühlsleben der "involvierten" Personen wiederzugeben ist er sogar ziemlich interessant. Die Autorin hat auch einen lockeren und leicht zu lesenden Schreibstil. Wenn man sich durch die ersten gut 200 Seiten durchgekämpft hat, wird der Roman sogar richtig interessant. Daher bekommt der Roman von mir schwache 3 Punkte.

Sonntag, 9. Februar 2014

[Rezension] "Das Flüstern der Schmetterlinge" von Linda Kavanagh

Taschenbuch: 416 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag (15. November 2011)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442471311
ISBN-13: 978-3442471317
Originaltitel: Hush Hush















Klappentext:
Drei Freundinnen, ein irisches Cottage und lange gehütete Geheimnisse

Über Nacht wird Olivia zur Hausbesitzerin: Von ihrer Großmutter und dem Großonkel bekommt sie ein romantisches, aber renovierungsbedürftiges Cottage in Cloncullen geschenkt, einem verschlafenen Nest bei Dublin. Voller Tatendrang und mit Hilfe ihrer Freundinnen richtet Olivia sich in ihrem neuen Leben im „Bay Tree House“ ein. Als sich dann noch herausstellt, dass nebenan ein attraktiver Single wohnt, scheint alles perfekt. Doch das Haus hat eine dunkle Vergangenheit – und nach und nach kommt Olivia hinter lange gehütete Geheimnisse, die auch ihr Leben auf mysteriöse Weise berühren …




Meine Meinung:
Auf das Buch bin ich zunächst aufgrund des Covers und des Titels gestoßen. Es erweckte direkt mein Interesse. Der Klappentext steigerte es dann sogar noch.
Allerdings muss ich gestehen, dass ich dann doch einen Moment gebraucht habe, um in die Geschichte hineinzufinden. Zumal Buchcover und Inhalt dann doch nicht so recht zusammenpassen (wofür jedoch die Autorin ja nichts kann). Am Anfang werden zunächst zu viele Personen eingeführt, so dass ich ein paar Probleme hatte, sie zuzuordnen. Die Autorin verbindet direkt zu Beginn auch Vergangenheit und Gegenwart, auch wenn man sich zunächst nicht sicher ist, ob die beiden Handlungsstränge zueinander gehören.
Nach ein paar Kapiteln wurde es dann aber besser und die Geschichte begann mich zu fesseln. Der Roman ist in drei verschiedene "Bücher" aufgeteilt.
Im ersten "Buch" erbt die junge Olivia von ihrer Großmutter und ihrem Großonkel ein altes Cottage auf dem Land. Olivias Großmutter und ihr Bruder haben das Haus und das Grundstück selbst von einer ihnen fremden Frau geerbt. Während Chloe gemeinsam mit ihren beiden besten Freundinnen versucht das alte Haus und Grundstück wieder herzurichten, versucht sie gleichzeitig auf Bitten ihrer Großmutter auch den Grund für das Erbe zu ergründen und den Verbleib ihrer Großtante Ada zu ergründen, die in den 50er Jahren plötzlich verschwand. Zeitgleich wird Adas Verschwinden und ihr Verbleib im ersten Buch erzählt, ohne dass ihre Geschichte mit Olivias Geschichte verschmolzen wird.
Das zweite "Buch" geht genauer auf Adas Leben ein und lässt die Gegenwart außen vor.
Das dritte "Buch" konzentriert sich dann auf die Gegenwart und endet in einem zugleich überraschenden, wie auch etwas übertriebenen Ende.

Insgesamt kann ich sagen, dass dieser Roman zwar voller Spannung ist, aber zumindest was die Gegenwart angeht ziemlich übertrieben ist. Adas Geschichte ist vollkommen interessant und glaubwürdig und man erhält als Leser einen tollen Einblick in das Leben im Irland der 50er Jahre und dem damaligen Umgang mit schwangeren Mädchen. Was die Geschichte um Olivia angeht, fand ich die Geschichte zwischendurch ziemlich unglaubwürdig. Olivia hat plötzlich Kontakt zu drei verschiedenen Männern, von denen der erste sofort nach dem Auftauchen plötzlich von der Bildfläche verschwindet (und dann erst am Ende wieder auftaucht), der zweite sich als Betrüger erweist und der dritte im Grunde auch nicht für sie bestimmt ist. Olivia und auch ihre Freundinnen agieren etwas eindimensional.
Auch wenn mich einzelne Charaktere nicht ganz überzeugen konnten, kann ich sagen, dass die Handlung an sich sehr spannend ist. Während der Roman die Liebeswirrwarren von Olivia und ihren Freundinnen erzählt, wird nach und nach zum Einen der Verbleib Adas aufgedeckt, als auch der Grund fürs Erbe offenbart. Bis es zu einem wie ich finde spannenden (wenn auch etwas vorhersehbaren) Ende kommt, muss Olivia sehr viel durchmachen. Es werden alte Familiengeheimnisse aufgedeckt, ein Kind geht verloren, Olivia wird überfallen, und vieles mehr geschieht. Adas Geschichte fließt dabei immer wieder indirekt in die Geschichte ein, was die Geschichte lesenswert macht.

Wer also keine zu hochtrabende Geschichte erwartet, sondern einen Roman für einen nettes Wochenende sucht, ist mit diesem Roman gut bedient. Ich für meinen Teil mochte diesen Roman, vor allem weil ich die Idee mit den parallel verlaufenden Handlungssträngen gefallen hat. Adas Geschichte spielt eine zentrale Rolle in diesem Roman und verleiht dem ganzen mehr Tiefgang.
Das Buch kommt nicht so recht flüsternd daher, sondern ist ziemlich laut und turbulent. Dieser Roman ist eine gut gelungene Mischung aus ChickLit, Familienroman und Biographie.

Auch wenn mich der Anfang nicht recht überzeugen konnte, bekommt der Roman von mir 4 Punkte (wenn auch schwache).

Montag, 3. Februar 2014

[Rezension] "So nah und doch so fern" von Ann Brashares

Broschiert: 368 Seiten
Verlag: carl's books (10. Juni 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3570585174
ISBN-13: 978-3570585177
Originaltitel: My Name is Memory














Klappentext:
Die Geschichte einer großen Liebe jenseits von Zeit und Raum

Nur ganz wenige Menschen verfügen über die Gabe, sich an ihre früheren Leben zu erinnern. Daniel ist einer von ihnen. Sein Gedächtnis reicht viele Jahrhunderte, viele Leben zurück – und er erinnert sich an eine junge Frau, die er einst unglücklich geliebt hat. Nach jeder Rückkehr in eine neue Existenz begibt er sich auf die Suche nach ihr, bis er im heutigen Virginia auf Lucy trifft. In ihr erkennt er seine schicksalhafte Liebe wieder. Für Lucy aber ist Daniel ein völlig Fremder, auch wenn sie sich auf unheimliche Weise zu ihm hingezogen fühlt. Und beide ahnen nicht, dass ein dunkler Schatten aus der Vergangenheit ihre gemeinsame Zukunft bedroht.
Ergreifend erzählt Ann Brashares die Geschichte einer magischen Liebe, die alle Zeit und Widerstände überdauert, und eröffnet dabei einen ganz eigenen, faszinierenden Blick auf Tod und Wiedergeburt.



Meine Meinung:
Ich bin auf diesem Roman aufgrund des Covers aufmerksam geworden, da es ziemlich romantisch daher kommt. Allerdings muss ich gestehen, dass mich der Klappentext zunächst ein wenig abgeschreckt hat. Ich hatte bereits mehrfach Probleme mich in Romane mit "magischem" Inhalt einzulassen und konnte so selten richtig in die Geschichte eintauchen. Also habe ich zweimal überlegt, ob ich mir den Roman vornehmen soll.
Und ich muss sagen, ich bin froh, dass ich es dann doch getan habe. Das Buch reißt einen sofort mit und zieht einen bereits nach wenigen Seiten in seinen Bann. Obwohl das Thema manchmal schon ein wenig verworren scheint, hat man aufgrund der einfach zu lesenden Sprache kaum Probleme dem Verlauf der Handlung zu verfolgen. Die Autorin lässt die beiden Hauptcharaktere Daniel und Sophia (bzw. Lucy) so real erscheinen, dass man sich sehr leicht in sie hineinversetzen kann und so das Gefühl gewinnt live vor Ort zu sein.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht Daniel, dessen Seele seit fast 2000 Jahren immer wieder in einem neuen Körper und einem neuen Leben wiedergeboren wird, und Sophia, eine ebenfalls "unsterbliche" Seele, die ihm sowohl in Daniels erstem Leben, als auch in vielen weiteren Leben begegnet ist. Der Unterschied zwischen Daniel und Sophia ist, dass Daniel sich an seine bisherigen Leben erinnern kann, Sophia jedoch nicht. Daniel hegt tiefe Gefühle für Sophia und hat sie bereits in mehreren Leben versucht ihr nahe zu kommen.
Die Haupthandlung spielt hauptsächlich zwischen 2006 und 2009 an der amerikanischen Ostküste, bei der Sophia Daniel im Alter von 17 Jahren an der High School begegnet. Als er sich ihr offenbart, stößt Sophia ihn von sich, erscheint ihr doch seine Geschichte zu sehr nach Fantasie. Sophia wird erst zwei Jahre später von einer Wahrsagerin an Daniel erinnert. Plötzlich kommen seltsame Erinnerungen in ihr hoch, die fern der Realität erscheinen. Daniel versucht zur gleichen Zeit wieder Kontakt zu Sophia aufzunehmen, jedoch weiß er nicht wo Sophia inzwischen lebt und was sie macht.
Während des Romans blickt Daniel immer wieder zurück in die Vergangenheit und auf seine bisherigen Leben und den Begegnungen mit Sophia. Dadurch fügt sich Daniels Wunsch Sophia wieder nahe zu kommen, zu einem wunderbaren Ganzen zusammen. Man versteht durch die Rückblicke, warum Daniel der Mensch ist, der er in der Gegenwart ist. Außerdem bekommt man ein Gefühl für die Lebensumstände in vergangenen Zeiten.
Die gesamte Geschichte wird abgerundet doch interessante Nebencharaktere, wie Daniels rachsüchtigen Bruder Joaquim, sein Freund Ben (die ihm beide auch bereits mehrfach in verschiedenen Personen in vergangenen Leben begegnet sind) oder Sophias Freundin und Mitbewohnerin am College. 

Der Roman hat ist voller Spannungsspitzen und obwohl die Idee bereits mehrfach gelebt zu haben ein wenig surreal erscheinen mag, lässt es die Autorin sehr natürlich und realistisch erscheinen. Ich konnte mir beim Lesen vorstellen, dass es möglich ist, dass man bereits mehrere Leben gelebt hat. Auch wenn ich nicht glaube, dass man sich gewollt daran erinnern kann. 
Ich muss allerdings auch gestehen, dass ich vom letztendlichen Ende nicht so richtig überzeugt kann. Es gipfelt in einem fulminanten Höhepunkt und endet dann plötzlich in meinen Augen vollkommen unvollendet. Wäre es ein Film, würde ich denken, dass es noch eine Fortsetzung geben soll.
Außerdem wiederholt Daniel sich in seinen Rückblicken manchmal ein wenig, was das Lesevergnügen zwar nicht trübt, mich aber ein wenig am Lesefluss hinderte.

Insgesamt hat mich das Buch ziemlich überrascht, da ich zunächst von einer reinen Liebesgeschichte ausgegangen bin. Der Roman ist aber weitaus mehr. Er ist voller Leben und die Liebesgeschichte von Daniel und Sophia rundet die vergangenen Leben wunderbar ab. Es ist voller Dramatik und Spannung und überzeugt doch eine lebensnahe Schreibweise, die man einfach lieben muss.
Der Roman ist auf jeden Fall sehr gelungen. Da mich das Ende aber nicht so recht überzeugen konnte, bekommt der Roman von mir 4 von 5 Punkten.

[Rezension] "Wir in drei Worten" von Mhairi McFarlane

Taschenbuch: 496 Seiten
Verlag: Knaur TB (1. Oktober 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426514532
ISBN-13: 978-3426514535
Originaltitel: You Had Me At Hello














Klappentext
Zu Unizeiten waren sie unzertrennlich. 
Beste Kumpels waren sie. Die Welt konnte ihnen nichts anhaben. Doch in der Nacht vor der Abschlussfeier ist etwas passiert. Seitdem haben sie sich nicht mehr gesehen. Zehn Jahre und 781 erfolglose Google-Suchen später stehen sie sich unerwartet gegenüber.



Meine Meinung:
Ich bin auf diesen Roman eigentlich eher zufällig gestoßen, als ich es in der Bücherei im "Neuheiten"-Regal herauszog. Das Cover und der Klappentext machten mich direkt neugierig auf den Inhalt. Also nahm ich es mit. Immerhin erinnert der Klappentext ein wenig an "Zwei an einem Tag", einem Roman, den ich sehr mochte.
Als ich anfing zu lesen, kam ich sehr schnell in die Geschichte hinein. Bereits nach wenigen Seiten hatte ich das Gefühl die Charaktere zu kennen, erscheinen sie doch ziemlich real. Man hat das Gefühl, es sind Personen wie du und ich.

Im Mittelpunkt der Geschichte stehen Rachel und Ben, die am College unzertrennlich waren, sich jedoch seitdem nach einem folgenschweren Ereignis in der Nacht der Abschlussfeier nicht wiedergesehen haben. Jahre vergehen, als Ben und Rachel mehr oder weniger zufällig wieder aufeinander treffen. 
Rachel hat sich gerade nach 13jähriger Beziehung von ihrem Ex-Verlobten Rhys getrennt und Ben ist inzwischen verheiratet. Während die beiden versuchen sich wieder näherzukommen, schwebt zwischen den beiden fortwährend die Vergangenheit der beiden. Nach und nach wird sowohl die Vergangenheit in Rückblenden aufgearbeitet, als auch die wiederentdeckte Freundschaft zwischen den beiden in der Gegenwart erzählt. Sowohl Vergangenheit, als auch Gegenwart laufen so gar nicht problemlos ab.
Sowohl Rachel auch Ben müssen sich darüber klar werden, was ihnen im Leben wichtig ist. Beide stehen vor zukunftsweisenden Entscheidungen, die ihre Leben in neue Richtungen lenken können. Aber sind sie auch bereit dafür?
Ben und Rachel müssen erkennen, dass sie nicht mehr die Menschen sind, die sie noch zu College-Tagen waren. Sie sind älter geworden und dementsprechend haben sich ihre Wünsche und Vorstellungen vom Leben auch verändert.

Die Autorin schreibt in wundervoller und flüssiger Schreibweise und lässt immer wieder Humor und Esprit in die Geschichte einfließen, so dass man tief in die Geschichte eintauchen kann. Man leidet teilweise mit den Charakteren mit und möchte ihnen so manches Mal auch einen "Arschtritt" in die richtige Richtung geben. Mit lustigen Sprüchen lockert die Autorin die Handlung immer wieder auf.
Allerdings muss ich auch gestehen, dass der Roman stellenweise ein wenig in die Länge gezogen ist. Mit knapp 500 Seiten ist dieser Roman nicht gerade kurz. Meines Erachtens nach hätte man die Geschichte auch gut um 50-100 Seiten kürzen können, ohne dass es störend gewirkt hätte. Zwischendurch hatte ich das Gefühl, dass der Roman und die Handlung ein wenig auf der Stelle treten.
Die Charaktere sind von der Autorin mit so gut gelungenen Eigenheiten und teilweise auch ziemlich schrullig dargestellt, dass man nicht anders kann, als das Gefühl zu haben, sie zu kennen. Selbst Figuren, mit denen man sich zwar persönlich nicht so richtig identifizieren kann, wie ich z.B. mit Rhys, erscheinen beim Lesen lebensnah. Man mag sie vielleicht nicht alle, kann ihre Handlungen allerdings problemlos verstehen.

Meiner Meinung nach ist dies ein wundervoller Erstlingsroman, den ich zum Lesen unbedingt weiterempfehlen möchte. Da mir der Roman allerdings stellenweise ein wenig zu sehr in die Länge gezogen war, bekommt er nicht die volle Punktzahl, sondern nur starke 4 von 5 Punkten.

Sonntag, 12. Januar 2014

[Rezension] "Wintermärchen in Virgin River" von Robyn Carr

Format: Kindle Edition
Dateigröße: 750 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 337 Seiten
ISBN-Quelle für Seitenzahl: 3899419561
Verlag: MIRA Taschenbuch; Auflage: 1., Auflage (3. Januar 2014)
Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
Sprache: Deutsch
ASIN: B006COCQQY












Klappentext:
Wer kann das sein? Ian Buchanan erwartet keinen Besuch. Er hat sich in das kleine Dörfchen Virgin River zurückgezogen, um alleine zu sein. Nie wird er sich verzeihen, dass er seinen schwer verletzten Freund gerettet und ihm damit drei schmerzvolle Jahre bis zum Tod beschert hat. Doch die junge Witwe, die kurz vor Weihnachten vor seiner Tür steht, scheint fest entschlossen, ihm für diese Tat zu danken. Ian hat das Gefühl, dass Marcie Sullivan ihm direkt bis in die Seele schauen kann. Da sieht sie seinen Schmerz, aber auch den Wunsch, Vergebung zu erfahren. Kann er mit ihr zusammen wirklich lernen, die Geister der Vergangenheit zu bannen und wieder glücklich zu werden?



Mein Urteil:
Nachdem mich der dritte Band der Reihe aufgrund von zu vieler Handlungsstränge auf einmal ein wenig enttäuscht hatte, hat mich dieser Band wieder ziemlich gefesselt.
Im Grunde ist dieser Band auch ein eigenständiger Roman, der zwar auch in Virgin River spielt, allerdings von der Autorin selbst als „spezielle Zugabe“ zur Serie gedacht ist und die ungefähr zur gleichen Zeit von „Happy End in Virgin River“ spielt.

Im Gegensatz zum Vorgänger spielt ihr nur die Geschichte um Ian und Marcie eine Rolle. Einzelne Charaktere der bisherigen Romane, Jack und Mel, Doc, Preacher und Paige, spielen eine kleine  Nebenrolle, ohne jedoch wirklich zur Handlung beizutragen.
Marcie macht sich nach dem Tod ihres Mannes auf die Suche nach dessen ehemals besten Freunds, der ihm während des gemeinsamen Kriegseinsatzes das Leben gerettet hat (auch wenn dieser seit drei Jahren im Wachkoma lag) um ihm zu danken. Allerdings hat sie ziemliche Schwierigkeiten ihn zu finden, da Ian sich nach seinem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst vollkommen zurückgezogen hat und mit den Geistern der Vergangenheit zu kämpfen hat. Nach langer Suche und vollkommen entkräftet findet sie ihn schließlich in einer einsamen Blockhütte in den Bergen. Allerdings hat Ian sich ziemlich verändert. Aus ihm ist ein einsamer Wolf geworden (auch äußerlich durch lange Haare und Vollbart), der seine Ruhe haben möchte und sie daher auch zunächst von sich stößt.
Als Marcie allerdings beinahe in ihrem Auto vor seiner Blockhütte erfriert, er sie daher ins Haus holt und sie ein paar Tage bleibt, weil sie sich eine Grippe eingefangen hat.  Während Marcie sich von der Grippe erholt, nähern sich die Beiden langsam an. Nur widerwillig öffnet Ian sich Marcie. Schritt für Schritt setzten sich Ian und Marcie mit der Vergangenheit auseinander.
Der Roman spielt zur Winterzeit und die Autorin beschreibt die Umgebung mit all seiner Schönheit, aber auch mit dessen Härte. Diese Genauigkeit lässt die Geschichte glaubhaft erscheinen, da es nicht einfach nur eitel Sonnenschein ist.

Ich denke, dass Robyn Carr hier eine wundervolle Umsetzung des Themas „Posttraumatischer Stress von Soldaten“ und den Auswirkungen gelungen ist. Mit kleinen Schritten gelangt Ian zurück ins Leben und zurück zu sich selbst.
Dieser Roman ist im Gegensatz zu den ersten drei Teilen der Reihe keine auf Liebe gemünzte Geschichte. Vielmehr geht es hier um Aufarbeitung und Vergeben.

Dieser Roman bekommt von mir auf jeden Fall 5 von 5 Punkten. Ich würde am liebsten sogar noch mehr vergeben, da ich denke, dass dies bisher das Beste Buch aus der Reihe ist (auch wenn es kein wirklicher Teil der Reihe ist).

[Rezension] "Wiedersehen in Virgin River" von Robyn Carr

Format: Kindle Edition
Dateigröße: 820 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 464 Seiten
Verlag: MIRA Taschenbuch; Auflage: 1., Aufl. (1. September 2010)
Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
Sprache: Deutsch
ASIN: B005JWRZXE













Klappentext:
„Flucht!“ Das ist der Gedanke, der Paige Lassiter beherrscht. Nur fort von ihrer Heimatstadt, fort von ihrem brutalen Ehemann. Auf ihrer verzweifelten Suche nach einem sicheren Ort für sich und ihren kleinen Sohn landet sie in Virgin River – und wird in einer regnerisch-kalten Oktobernacht von John „Preacher“ Middleton aufgenommen. In Gegenwart des eindrucksvollen Ex-Marines mit dem sanften Wesen fühlt Paige sich sofort sicher und geborgen. Und auch sie bringt in dem verschlossenen Mann eine Saite zum Klingen, deren Ton er zuvor nie gehört hat. Doch erst als Paiges Exmann in Virgin River auftaucht und seine Frau und sein Kind zurückverlangt, entdecken beide, welche Gefühle sie wirklich füreinander hegen.



Mein Urteil:
Nachdem ich bereits den Vorgänger-Roman der Virgin River-Reihe gelesen habe und ihn regelrecht verschlungen habe, musste ich diese Fortsetzung auch unbedingt lesen. Und ich muss sagen, ich habe es auch nicht bereut.
Erneut schafft Roby Carr es, einem mit einer wundervollen Geschichte in einer berauschenden Naturkulisse zu fesseln, so dass man das Buch nur mühsam aus der Hand legen kann.

Neben der Hauptgeschichte um Paige Lassiter und John „Preacher“ Middleton lässt die Autorin auch immer wieder Ereignisse um die Personen aus dem ersten Roman (Jack & Mel) in die Geschichte mit einfließen. Zusammen mit der Nebengeschichte, um der fatalen Beziehung der beiden Teenager Rick und Liz, aus der ein Baby entsteht, fügt sich das Ganze zu einer wunderbaren Einheit zusammen, ohne das die Geschichte überladen wirkt.
Paige befindet sich gerade verletzt und mit einem kranken Kind auf der Flucht vor ihrem gewalttätigen Mann, als sie plötzlich in Virgin River und der Bar von Jack und Preacher „strandet“.  Eigentlich will sie sich nur kurz in der Bar etwas aufwärmen und ein wenig essen. Preacher überredet sie ein paar Tage zu bleiben und ihre Verletzungen auszukurieren. Nur mit Mühe und extrem langsam fasst Paige Vertrauen.  Irgendwann taucht ihr Mann auf und bringt alles wieder durcheinander. Ich will nicht zu viel von der Geschichte erzählen, aber so viel kann gesagt werden: Wie auch bereits im Vorgängerband „Neubeginn in Virgin River“ ist der Weg zur Heilung der Seele steinig und schwer.

Was einem als deutscher Leser evtl. ein wenig abschrecken kann, ist die Tatsache, dass die Geschichte und die Personen zwischendurch ziemlich patriotisch daherkommen. Ich denke jedoch, dass es sich noch einigermaßen im Rahmen hält, das der militärische Hintergrund der Charaktere Jack und Preacher auch ihr Handeln bestimmen.

Man muss nicht „Neubeginn in Virgin River gelesen haben, um in die Geschichte hineinzukommen, da dieser Roman eine eigenständige Handlung verfolgt und Ereignisse aus dem Vorgänger-Roman zwischendurch kurz umreißt.
Wer allerdings alle Teile lesen möchte, den empfehle ich die Romane in der richtigen Reihenfolge zu lesen (auch wenn noch nicht alle Teile erschienen sind).
Ich für meinen Teil, habe mir auch bereits den dritten Teil der Reihe vorgenommen.

Insgesamt kann ich diesen Roman auch unbedingt zum Weiterlesen empfehlen, auch wenn es minimale Schwächen aufweist. Wie bereits beim Vorgänger-Roman ist das Cover ziemlich kitschig und altmodisch gestaltet, was nicht so ganz mein Fall ist. Außerdem finde ich, dass das Cover nicht so recht zum Inhalt passt. Beim Cover denkt man eher an eine Handlung am See, als an ein kleines Bergstädtchen in der Nähe eines Flusses.
Das Buch bekommt von mir 4 von 5 Punkten, da die kleinen Mängel hinsichtlich des Covers und der manchmal zu patriotischen Einstellung zwar nicht ausreichen, um diesen Roman weniger interessant zu finden, als den Vorgänger, allerdings manchmal minimal irritieren. 

Donnerstag, 9. Januar 2014

[Rezension]: "Kein Ort ohne dich" von Nicholas Sparks

Gebundene Ausgabe: 544 Seiten
Verlag: Heyne Verlag (25. November 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3453268393
ISBN-13: 978-3453268395
Originaltitel: The Longest Ride














Klappentext:
Wenn die große Liebe verloren scheint...
Der 91-jährige Ira steht nach einem schweren Unfall an der Schwelle des Todes. Nur die Erinnerungen an seine verstorbene Frau Ruth halten ihn am Leben. Währenddessen kämpfen Sophia und Luke, ein junges Paar, um ihre Liebe. Sie sind so verschieden, dass eine gemeinsame Zukunft kaum vorstellbar ist. Können sich die beiden Generationen gegenseitig retten?
Nach einem schweren Unfall auf einer einsamen Straße schwebt der 91-jährige Ira zwischen Leben und Tod. In seinen Halluzinationen erscheint ihm seine verstorbene Frau Ruth, und gemeinsam erinnern sie sich an die großen Stationen in ihrem dramatischen, aber auch sehr glücklichen Eheleben. Parallel wird die romantische Liebesgeschichte eines jungen Paares erzählt: Eher gegen ihren Willen hat sich die Studentin Sophia in den sympathischen Rodeoreiter Luke verliebt. Denn wie soll eine gemeinsame Zukunft zwischen einer weltoffenen Kunsthistorikerin und einem provinziellen Rancher funktionieren, der auf wilden Bullen reitend Kopf und Kragen riskiert? Doch dann treffen die Liebenden der unterschiedlichen Generationen an einem schicksalhaften Tag aufeinander, und plötzlich gibt es neue Hoffnung...



Meine Meinung:
Wenn ich 6 Sterne vergeben könnte, würde ich es tun. Dieser Roman ist definitiv einer tiefgehensten Romane von Sparks. Er vermittelt mit den richtigen Worten so viel Dramatik, dass ich kaum in der Lage war den Roman aus der Hand zu legen. Der Roman steckt voller Gefühle, sich aufbauenden Liebeswindungen und Herzblut, und kommt sogar ohne viel Kitsch daher.

Sparks schafft es auf wundervolle Weise die Leben von Ira, dessen Lebens- (und Liebes-) Geschichte im Laufe des Romans erzählt wird, und dem jungen Paar Luke und Sophia zu verknüpfen. Während des Lesens konnte man immer wieder Ähnlichkeiten im deren Leben wahrnehmen, auch wenn zwischen ihnen Jahrzehnte stehen. Beide Paare wirken auf den ersten Blick so, als könnten sie nicht zusammenpassen, da sie grundverschieden sind. Beide Beziehungen laufen somit nicht problemlos ab, was für mehr Glaubwürdigkeit sorgt.

In diesem Roman geht es vor allem um die Frage, wie viel und was man bereit ist für die Liebe seines Lebens zu geben?!

Sparks schafft es auf wundervolle Art und Weise und den richtigen Worten die Leser in seinen Bann zu ziehen. Man versinkt in einer Welt, die einem sofort Real erscheint, so dass man sich mit den Charakteren identifiziert und mit ihnen mitfühlt. Alle Figuren, bis hin zu den Nebenfiguren sind gut durchdacht. Die Figuren sind keineswegs perfekt, sondern haben alle Ecken und Kanten.
Des weiteren schafft es Sparks erneut die Landschaft bzw. das Umfeld so lebensnah zu beschreiben, dass man sofort eine Vorstellung hat, in welcher Kulisse die Geschehnisse spielen. Ich für meinen Teil habe mich beim Lesen direkt in Lukes Farm verliebt und wünschte mich an diesen Ort.

Hach, ich fand den Roman so toll, ich könnte ihn glatt noch ein zweites Mal lesen! Dieser Roman ist zweifellos einer der besten Romane von Sparks und auch einer der gelungensten Romane, die ich in der letzten Zeit gelesen habe. Der Roman hat wahrlich die volle Punktzahl verdient.